PA 929a Alte Zentralregistratur, 1927-1992 (Bestand)

Archivplan-Kontext

 

Identifikation:

Signatur:PA 929a
Titel:Alte Zentralregistratur
Entstehungszeitraum:1927 - 1992
Entstehungszeitraum Schwergewicht :1937 - 1979
Verzeichnungsstufe:Bestand
Laufmeter:20,00
 

Kontext:

Aktenbildner/Provenienz (Link): Gewerkschaftsbund, Basler (Basel)
Bestandsgeschichte:Im Jahre 1993 übergab der Basler Gewerkschaftsbund dem Staatsarchiv sein Altarchiv. Die vorhandenen Unterlagen reichen nur bis in die 1930er Jahre zurück. Die älteren Bestände gelten als verschollen. Vermutlich sind sie beim sogenannten Basler Kartellkonflikt im Jahr 1927 beim kommunistischen Gewerkschaftskartell verblieben und nicht an den neu gegründeten Arbeiterbund überführt worden. Vorausgesetzt, dass sie nicht vernichtet wurden oder verloren gingen, könnten sie mit dem Verbot der kommunistischen Organisationen im Zweiten Weltkrieg entweder von der Bundesanwaltschaft ausgehoben oder an das Archiv der Komintern, wo sich auch die Bestände der KPS befinden, übergegangen sein (Auskunft von Bernard Degen). Beide Vermutungen wurden bisher noch nicht überprüft.

Die unterschiedliche Registraturführung des Aktenbildners legte eine Aufteilung der Ablieferung in vier Bestände nahe, die den historisch gewachsenen Aufbau des Archivs dokumentiert. Das hat zur Folge, dass sachverwandte Unterlagen in allen Beständen vorhanden sein können.

Der hier vorliegende Bestand umfasst die zentrale Registratur, in der die Unterlagen über einen längeren Zeitraum abgelegt wurden. Der Grossteil der Unterlagen stammt aus der Amtszeit der Gewerkschaftssekretäre Emil Matter, Oreste Fabbri, Markus Schelker und Helmut Hubacher. Allerdings muss man davon ausgehen, dass nach dem Ausscheiden Fabbris (1966) der Ordnungszustand des Registraturplans nicht mehr konsequent weitergeführt wurde. Die jüngeren Unterlagen waren nicht mehr mit den Signaturen des Registraturplans angeschrieben. Wo immer möglich, wurden die Serien zusammengeführt. Unterlagen, die nicht mehr zugeordnet werden konnten, sind im Bestand PA 929c zusammengefasst.

Zugänge:1 - 1993/00051 Gewerkschaftsbund, Basler (Basel) (keine Angabe)
 

Inhalt und innere Ordnung:

Form und Inhalt:Die ursprüngliche Ordnung der Unterlagen ist im grossen und ganzen beibehalten worden. Allerdings wurden die lateinischen Zahlen gemäss den Erschliessungsstandards des Staatsarchivs durch Buchstaben (A-R) ersetzt. Institutionsfremde Akten sind unter dem jeweiligen Sachthema abgelegt, zum Beispiel PA 929a H (Theater), PA 929a N (Grossrat), und zwar nur insofern sie einen direkten Bezug zum BGB oder aber für die den BGB direkt betreffenden Tätigkeitsbereiche relevant sind. Was darüber hinaus ging, wurde kassiert.

Auskünfte über die Struktur des Basler Gewerkschaftsbundes (BGB) gibt vorwiegend die Serie C "Gewerkschaftskartell Basel". Abgesehen von den Protokollen der Vorstandssitzungen und der Delegiertenversammlungen gibt die gesamte Korrespondenz (C 5) einen Überblick über alle Tätigkeitsbereiche des BGB. Sie umfasst den schriftlichen Kontakt mit den Sektionen des BGB, den Departementen des Kantons Basel-Stadt, mit verschiedenen anderen Institutionen des Kantons und des Bundes, mit der Universität, mit Privaten. Auffallend ist der intensive Kontakt mit Vereinen (Prävention gegen Alkohol, Sport- und Turnvereine usw.). Umfangreich ist auch die Korrespondenz mit ausländischen Regierungen, Konsulaten, Institutionen. Daraus ersichtlich sind das Interesse und die Beteiligung des BGB an Studientagungen und -reisen ins Ausland sowie an internationalen Konferenzen.

Die Korrespondenz und die Unterlagen betreffend die einzelnen Basler Gewerkschaftssektionen (C 6) sind nach Sektion aufgeführt. Sie unterscheiden sich inhaltlich sehr stark voneinander. Die verschiedenen Sektionsquartals- und Semesterberichte sind unter C 7 als Bestandteil der Finanzen und Beiträge des gesamten BGB abgelegt.

Ab 1972 ist ein Bruch in der Korrespondenz des BGB festzustellen: Nun wurde vor allem die persönliche Korrespondenz Helmut Hubachers (seit 1963 Sekretär des BGB) abgelegt. Enthalten sind daher auch Unterlagen aus seiner Tätigkeit als Nationalrat (seit 1963) und als Präsident des SPS (ab 1975).

Historisch interessant sind die Dokumentation der intensiven Auseinandersetzungen mit dem Ungarnaufstand 1956 sowie dem Prager Frühling in der Tschechoslowakei 1968 . Hinzu kommt die Serie zu den 1.-Mai-Feiern (F). Aus ihr sowie der allgemeinen Korrespondenz geht hervor, welche zentrale Bedeutung die 1.-Mai-Kundgebungen für die Gewerkschaften hatten. Erwähnenswert sind ausserdem die zahlreichen internationalen Protest- und Solidaritätsaktionen (einige Beispiele: Flüchtlinge und Bedürftige während des Zweiten Weltkrieges, Argentinische Arbeiter in den 1970er Jahren, Franco-Spanien, Chile-Aktionen 1977-78, Friaul 1976, Nicaragua 1979 usw.).

Zeitliche und thematische Überschneidungen weisen mehrere Serien auf. Werden zum Beispiel Informationen zum 1. Mai gesucht, so sind sie - wie erwähnt - sowohl unter C 5 als auch unter F zu finden. In der Serie F sind viele Fotos zu den 1.-Mai-Feiern in Basel abgelegt. Auch die Serien D (Schweizerische Arbeiterbildungszentrale) und K (Bibliothek) sind inhaltlich nicht so klar zu trennen, wie auch die Serien G (Volkssinfoniekonzerte) und J (Basler Kulturgemeinschaft). Die Akten in der Serie H (Theater) betreffen weniger die Programme und die Organisation von Veranstaltungen und Aufführungen als vielmehr die Konflikte und Angelegenheiten in Personalfragen. Über die Tätigkeiten des BGB betreffend Ausländerfragen, -intergration und -politik gibt nicht nur die Serie Q (Italiener und Spanier) Auskunft. Wichtige Informationen dazu findet man auch unter C 5, F, K, L (Rechtshilfe) sowie unter PA 929c (Neue Registratur).
Bewertung und Kassation:Kassiert wurden die Regierungsratsbeschlüsse 1956-1964, die Einberufungen zu den Grossratssitzungen 1954-1964 sowie die Listen der Bürgerrechtsaufnahmen 1955-1962. Diese Unterlagen sind in der Drucksachensammlung des Staatsarchivs greifbar. Ebenso kassiert wurden Berichte und Entwürfe des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes zu Gesetzesänderungen, Verfassungs- und Rechtsfragen 1970-1971 .
Die unter der Signatur N archivierten Unterlagen des Grossen Rates betreffen Geschäfte, bei denen der BGB und die sozialdemokratische Fraktion unmittelbar involviert waren. Da ein Abgleich mit den nicht erschlossenen (2004) Unterlagen im Archiv der Sozialdemokratischen Partei Basel (PA 716) nicht möglich war, wurden alle Fraktionsunterlagen (N 4) aufbewahrt.
 

Zugangs- und Benutzungsbedingungen:

Rechtsstatus:Depositum
Zugangsbestimmungen:Es gelten die allgemeinen Benutzungsbestimmungen des Staatsarchivs Basel-Stadt.
Ausnahme: Die Benützung der Akten des Rechtsdienstes des Basler Gewerkschaftsbundes (PA 929a L) bedarf der schriftlichen Erlaubnis des BGB.
 

Kontrolle:

Erschliessungsgrad:Detailliert
Revisionsdatum:30.08.2004
Aufnahmedatum:09.07.2004
 

Behältnisse

Anzahl:1
 

Benutzung

Schutzfristende:31.12.2022
Erforderliche Bewilligung:Gemäss Archivgesetz BS
Physische Benützbarkeit:uneingeschränkt
Zugänglichkeit:Oeffentlich
 

URL für diese Verz.-Einheit

URL:http://query.staatsarchiv.bs.ch/query/Detail.aspx?ID=126023
 
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