PA 933a Archiv der Progressiven Organisationen Basel (POB), 1968-1993 (Bestand)

Archivplan-Kontext

 

Identifikation:

Signatur:PA 933a
Titel:Archiv der Progressiven Organisationen Basel (POB)
Entstehungszeitraum:1968 - 1993
Verzeichnungsstufe:Bestand
Laufmeter:8,00
 

Kontext:

Aktenbildner/Provenienz (Text):Progressive Organisationen Basel
Bestandsgeschichte:Der Archivbestand besteht aus einer Ablieferung aus dem Jahre 1993. Dabei handelt es sich um die Akten des Sekretariates der POB zum Zeitpunkt der Auflösung der Partei 1993. Vorausgegangen war auf dem Hintergrund der "Fichenaffäre" eine parteiinterne Diskussion, ob der Bestand überhaupt in ein öffentliches Archiv abgeliefert werden sollte.

Eine eigentliche Originalregistratur aus der Zeit der Aktenbildung existierte nicht. Es gibt aber ein von der POB erstelltes Ablieferungsverzeichnis zum Zeitpunkt der Übergabe der Akten ans Staatsarchiv: Einzelne Aktengruppen waren gekennzeichnet und die einzelnen Verzeichniseinheiten auf A-4-Blättern aufgeführt. Diese A-4-Blätter waren den jeweiligen Aktengruppen physisch beigegeben. Sie stellten eine Art erstes Findmittel dar und waren bezüglich inhaltlichen und chronologischen Angaben zuverlässig.

Der Gesamtbestand war in zwei Teile gegliedert:
a) "35 Jahre", d.h. Unterlagen, für die in jedem Fall die allgemeinen Schutzfristen zu beachten sind. Die Aktenbehältnisse und die dazugehörende A-4-Blätter waren mit roten Punkten gekennzeichnet. Dieser Teilbestand enthielt vor allem die Akten der Parteigremien. Diese sind nun verzeichnet in den Serien(gruppen) A; B; C; D; E; F 2 - F 3; G 4 - G 7; J 2; L.
b) "Öffentlich". Die Aktenbehältnisse und die dazugehörenden A-4-Blätter waren mit grünen Punkten gekennzeichnet. In diesem Teilbestand war die Parteiarbeit dokumentiert, wie sie von der Öffentlichkeit direkt wahrgenommen werden konnte (Inserate, Wahlen, Demonstrationen etc.). Diese Akten befinden sich nun in den Seriengruppen C 7; C 9; E 6; F 1; G 1 - G 6; H; K.

Die Plakatsammlung der POB und deren Druckschriften wurden nicht in diesen Bestand aufgenommen und bilden einen eigenen Bestand.
Zugänge:1 - 1993/00047 Spaar Günter (Basel) (keine Angabe)
 

Inhalt und innere Ordnung:

Form und Inhalt:Die vorgefundene Struktur und die qualitativ unterschiedliche Ordnung hatte einen entscheidenden Einfluss auf das weitere Vorgehen. Bei der Ordnung und Verzeichnung des Materials wurden die einzelnen Einheiten in sich belassen, die Reihenfolge, wie die einzelnen Einheiten aneinandergereiht werden, wurde aber vom Bearbeiter frei gewählt. Dabei wurde von oben nach unten geordnet. Das Kriterium war das qualitative Gewicht, das der Bearbeiter den einzelnen Aktengruppen zusprach: Zuerst die Protokolle der Generalversammlung, dann des Vorstandes usw.

Unter "qualitativem Gewicht" werden zwei Dinge verstanden: Einerseits das Gewicht einer Aktengruppe für den Aktenbildner selbst, andererseits auch das Gewicht einer Aktengruppe für die potenzielle Benutzerschaft. Unter beiden Gesichtspunkten war es fast zwingend, die Serie der Protokolle (Signatur B im Archivplan) der wichtigsten Parteigremien an den Anfang zu stellen; sie sind chronologisch am besten geordnet und offensichtlich in dieser Ordnung auch angelegt worden. Sie geben einen Überblick über die gesamte Zeit des Bestehens der Partei, enthalten nicht nur Protokolle sondern auch anderes Material wie Briefe etc. und erlauben der Benutzerschaft einen schnellen Überblick über die Parteiaktivitäten. Für die künftige Benutzerschaft bildet die Seriengruppe B den besten Einstieg in das Studium der Akten der POB.

Nach den Organen der Gesamtpartei wurden die Akten der einzelnen Untergruppierungen der POB aufgeführt. Die meisten Bestände konnten ohne Veränderungen übernommen werden. Bei einzelnen (wenigen) Gruppen oder Sachgebieten wurden die Akten neu geordnet, dies insbesondere dort, wo sie offensichtlich nicht mehr im Originalzusammenhang überliefert waren. Diese neu geordneten Aktengruppen wurden entweder einer bestehenden Akteneinheit zugeordnet oder als selbständige Einheit neben bestehende Einheiten gestellt. Wo ein Aktenbildner eindeutig identifiziert werden konnte, wurden die neu gruppierten Akten dem Bestand des Aktenbildners beigegeben. Bei nicht eindeutiger Identifizierung des Aktenbildners wurde das Material nach inhaltlichen Gesichtspunkten in den Gesamtbestand eingeordnet.

Lücken existieren insbesondere bezüglich der Mitgliederkartei und den Finanzunterlagen. Verschiedene Sektionen/Untergruppen der POB hatten eigene Mitgliederverzeichnisse. Sie sind bei den einzelnen Verzeichniseinheiten im "Darin"-Vermerk erwähnt, soweit sie vom Bearbeiter überhaupt entdeckt wurden. Ähnliches gilt für die Finanzverwaltung der POB. Die diesbezüglichen Akten sind nicht mehr erhalten. Einzelne Jahresabschlüsse und Rechnungen finden sich bei den verschiedenen "Protokoll"-Serien. Auch sie sind im "Darin"-Vermerk erwähnt, soweit sie dem Bearbeiter aufgefallen sind.

Die Beschlüsse der Partei zur Arbeit im Grossen Rat sind in den Protokollen der Parteigremien dokumentiert; Akten der Grossratsfraktion oder einzelner Grossräte sind aber nur sehr vereinzelt erhalten.
Bewertung und Kassation:Kassiert wurden nur offensichtliche Doubletten und Multipletten von Akten in derselben Verzeichnungseinheit. Viele Protokolle und Flugblätter waren in mehr- bis -zigfacher Anzahl abgelegt. Wo dies bei der oberflächlichen Durchsicht erkannt wurde, wurden sie entfernt. Aus arbeitsökonomischen Gründen konnte dies nicht konsequent und vollständig geschehen; der Arbeitsaufwand wäre in keinem Verhältnis zum Ertrag gestanden.

Kassiert wurden kleinere Bestände, die keinerlei direkten Zusammenhang mit der Tätigkeit der POB hatten:
- Protokolle der "Interessengemeinschaft Kioskpersonal";
- Materialien für einen Artikel des "Tagesanzeiger Magazin" 1978 zu einem Marsch französischer Bauern auf Paris;
- Fünf Ordner "Protokolle der Studentenschaft" 1976-1977;
- Verschiedene Ordner der Studentenschaft und Ordner von Philippe Cueni;
- Manuskripte und Mitschriften von Vorlesungen an der Universität; Pädagogik, politische Philosophie etc.;
- Nicht POB-spezifische Zeitungsausschnitte;
- Inseratesammlung 1979-1983; Inserate zu Wahlen, Abstimmungen, Demonstrationen;
- zwei 3,5 Zoll Floppy-Discs:
a) "Daten Baerlocher-Komitee IBM-lesbar. ASCII"
b) "Wahlzeitung / Kleber";
- "Gerwerkschaftskorrespondenz", Pressedienst des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes 1974-1975;
- Pressedienst des Christlich-Nationalen Gewerkschaftsbundes.

Das kassierte Material umfasst ca. 1,5 Laufmeter.
 

Zugangs- und Benutzungsbedingungen:

Rechtsstatus:Eigentum des Staatsarchivs Basel-Stadt
Zugangsbestimmungen:Es gelten die allgemeinen Benutzungsbestimmungen des Staatsarchivs Basel-Stadt.
 

Kontrolle:

Erschliessungsgrad:Detailliert
Aufnahmedatum:04.02.2004
 

Behältnisse

Anzahl:1
 

Benutzung

Schutzfristende:31.12.2023
Erforderliche Bewilligung:Gemäss Archivgesetz BS
Physische Benützbarkeit:uneingeschränkt
Zugänglichkeit:Oeffentlich
 

URL für diese Verz.-Einheit

URL:http://query.staatsarchiv.bs.ch/query/detail.aspx?ID=126075
 
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