PA 1034 Max Wullschleger-Friedmann (1910-2004), 1863-1998 (Bestand)

Archivplan-Kontext

 

Identifikation:

Signatur:PA 1034
Titel:Max Wullschleger-Friedmann (1910-2004)
Entstehungszeitraum:1863 - 1998
Verzeichnungsstufe:Bestand
Laufmeter:0,90
 

Kontext:

Verwaltungsgeschichte/Biografische Angaben:Max Wullschleger wurde 1910 in Zurzach (AG) in eine Arbeiterfamilie geboren. Er besuchte die dortige Gemeinde- und Bezirksschule. Danach absolvierte er bei der damaligen Brown, Boverie & Cie. AG eine vierjährige Lehre als Eisendreher, die er 1929 abschloss. Gleichzeitig begann er mit der politischen und gewerkschaftlichen Tätigkeit, so war er Mitglied des kommunistischen Jugendverbandes. 1929-1930 weilte er in Berlin und Moskau (Ausbildung an der West-Universität in Politischer Ökonomie, Dialektischem Materialismus, Geschichte der Arbeiterbewegung, militärischer Strategie und Schiess- und Geländeübungen). Anschliessend arbeitete er journalistisch in Zürich und Schaffhausen.

Max Wullschleger wurde 1933 vom Divisionsgericht zu vier Monaten Haft verurteilt, eine Strafe, die er 1935 antrat. Sie war ausgesprochen worden, weil er in einem Soldatenkomitee Flugblätter an Rekruten verteilte, die zu militärischem Ungehorsam aufriefen. Der Aufruf war die Folge der blutigen Ereignisse im November 1932 in Genf, wo aufgebotene Rekruten 13 Demonstrierende erschossen hatten. Die Erschossenen hatten an einer antifaschistischen Kundgebung teilgenommen, die als Gegenveranstaltung zu einer faschistischen Grosskundgebung organisiert worden war.

Nach Basel kam er 1933, wo er als Redaktor am kommunistischen Basler "Vorwärts" arbeitete. Im selben Jahr heiratete er Maria Anna Schwenniger (1910- ). Sie war ebenfalls politisch aktiv, und wie er in der Leitung der Kommunistischen Partei bzw. Partei der Arbeit, der sie auch nach 1939 treu blieb. 1937 wurde der Sohn René geboren. Im gleichen Jahr trennten sich die beiden, die Scheidung wurde 1940 ausgesprochen.
Ab ca. 1936 war er aktiv für die Internationalen Brigaden, die im Spanischen Bürgerkrieg kämpften. Wullschleger war beteiligt an der Organisation deren Reise Richtung Spanien.
1938 wurde er als Mitglied der Kommunistischen Partei in den Grossen Rat gewählt, wo er Mitglied und später Präsident der Rechnungskommission wurde. Nach bekannt werden des Hitler-Stalin-Paktes 1939 verliess er die Kommunistische Partei und trat 1940 in die Sozialdemokratische Partei (SP) ein.
1939/40 leistete er Aktivdienst.
Ende 1941 heiratete er Hedwig Friedmann (1914- ), mit der er vier Mädchen aufzog (Claire spätere Barry Karabatziakis *1945, Gabriella spätere Meredith *1947, Verena spätere Schneider *1949, und Margrit spätere Hess *1955).
1943 wurde er Chefredaktor der sozialdemokratischen Basler Arbeiterzeitung (AZ).

1956 wurde er in den Regierungsrat gewählt und Vorsteher des Baudepartements.
Er leitete das Baudepartement zwischen 1956 und 1976, also in einer Zeit des Baubooms. Unter seiner Ägide wurden der Heuwaageviadukt gebaut, die Johanniterbrücke umgebaut (beides geplant für einen nie in dieser Form fertiggestellten City-Ring), er war ein Verfechter der Inneren Osttangente, zu der die 1973 eröffnete Schwarzwaldbrücke gehörte. Zwanzig Schulhäuser, das Biozentrum, die Sporthalle, die neue Universitätsbibliothek, das neue Stadttheater u.a.m. wurden in dieser Zeit errichtet. In seiner Amtszeit expandierte das Baudepartement und vergrösserte sein Finanzvolumen von 12 Mio. Franken auf 200 Mio. Franken. Obwohl er auch als "Zubetonierer" der Stadt kritisiert wurde, war er es, der 1959 ein Gesetz für den Grünzonenplan realisierte.

Der Bundesrat berief ihn in den Verwaltungsrat der PTT und er war Stiftungsrat der Pro Helvetia.

In der SP gehörte er dem Reformflügel an und wechselte folgerichtig 1982 zur abgespaltenen Demokratisch-Sozialen Partei (DSP).

Seine Freizeit verbrachte er mit Fischen, Jassen und Gartenbau.
1989 publizierte er seine politische Biographie "Vom Revoluzzer zum Regierungsrat: Zeuge einer bewegten Zeit".
Zugänge:1 - 2002/85 Schneider-Wullschleger Verena (Riehen)
Bestandsgeschichte:Die Tochter von Max Wullschleger, Verena Schneider-Wullschleger, Riehen, übergab die Unterlagen 2002 dem Staatsrachiv, nachdem ihre Eltern den eigenen Haushalt aufgeben mussten. Bemühungen, die Unterlagen zu übernehmen, waren seit 1988 im Gange.
 

Inhalt und innere Ordnung:

Form und Inhalt:Die Unterlagen sind ein selektiver Ausschnitt aus dem Nachlass von Max Wullschleger. Vieles wurde von ihm oder seiner Frau in spätern Jahren vernichtet.
Bewertung und Kassation:Kassationen wurden keine vorgenommen. Die abgelieferten Bücher wurden in einer Liste erfasst, siehe unter PA 1034 A 3. Sie vermittelt mindestens einen Ausschnitt des intellektuellen Hintergundes Max Wullschlegers. Was in der Bibliothek des Staatsarchivs vorhanden war wurde kassiert, nicht vorhandenes eingegliedert.
Interessant sind die Ansprachen, Reden und Artikel, die viel über seine politischen Standpunkte und sein Beziehungsnetz aussagen. Erwähnenswert auch die Unterlagen zur politischen Biographie Wullschlegers, die deren Entstehung dokumentieren.
 

Zugangs- und Benutzungsbedingungen:

Rechtsstatus:Eigentum des Staatsarchivs Basel-Stadt
Zugangsbestimmungen:Es gelten die allgemeinen Benutzungsbedingungen des Staatsarchivs Basel-Stadt.
 

Sachverwandte Unterlagen:

Veröffentlichungen:Wullschleger Max: Vom Revoluzzer zum Regierungsrat: Zeuge einer bewegten Zeit. Basel 1989.(Autobiogaphie)
 

Anmerkungen:

Anmerkungen:Provenienzstelle: Verena Schneider-Wullschleger, Riehen
 

Kontrolle:

Erschliessungsgrad:Detailliert
Aufnahmedatum:14.08.2001
Revisionsdatum:18.11.2003
 

Deskriptoren

Einträge:  Wullschleger, Max (Friedmann) (1910-2004), Regierungsrat (Personenbegriffe\)
 

Behältnisse

Anzahl:1
 

Verwandte Verzeichnungseinheiten

Verwandte Verzeichnungseinheiten:Verwandte VE in scopeArchiv:
PD-REG 5a Spezialdienst, Amtsablieferungen 1992 bis 1998, 1921-1990 (Bestand)

Verwandte VE in scopeArchiv:
PA 1024 Carl Miville-Seiler (1921-), 1906-1989 (Fonds)

Verwandte VE in scopeArchiv:
PD-REG 8a Akten betreffend Grenzschutz, Fahndung, Fremdenpolizei und Staatsschutz von ca. 1910 bis 1946, 1910 (ca.)-1946 (ca.) (Bestand)

Verwandte VE in scopeArchiv:
PA 716 Sozialdemokratische Partei Basel-Stadt, 1844-1985 (Fonds)

Verwandte VE in scopeArchiv:
PA 900 Nachlass Max und Clara Bächlin, 1901-1991 (Fonds)

Verwandte VE in scopeArchiv:
PA 716b Sozialdemokratische Partei Basel-Stadt, Zugänge ab 1991, 1867-2005 (Bestand)
 

Benutzung

Schutzfristende:31.12.2028
Erforderliche Bewilligung:Gemäss Archivgesetz BS
Physische Benützbarkeit:uneingeschränkt
Zugänglichkeit:Oeffentlich
 

URL für diese Verz.-Einheit

URL:http://query.staatsarchiv.bs.ch/query/detail.aspx?ID=132171
 
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