BSL Bilder- und Negativsammlung (Abteilung)

Archivplan-Kontext

 

Identifikation:

Signatur:BSL
Titel:Bilder- und Negativsammlung
Verzeichnungsstufe:Abteilung
Erschliessungsgrad:Summarisch
Umfang approximativ:ca. 200'000 Bilder
 

Kontext:

Bestandsgeschichte:Die Bildersammlung wurde auf Initiative Rudolf Wackernagels im Jahre 1899 anlässlich des Bezugs des heutigen Archivgebäudes an der Martinsgasse begründet. Den Grundstock bildete zum einen eine von Wackernagel selbst zusammengetragene Sammlung Baslerischer Prospekte, die er dem Staatsarchiv vermachte. Diese Sammlung, noch während der Amtszeit Wackernagels um weitere Einheiten ergänzt, trägt heute die Signatur "Wack". Zum anderen nahm die Bildersammlung die 245 Stadtansichten von Johann Jakob Schneider (1822-1889) auf, die die Basler Regierung zwischen 1884 und 1888 sukzessive angekauft und dem Staatsarchiv in Verwahrung gegeben hatte. Diese Aquarellbilder sind als Sammlung "Schneider" zusammengefasst; für ihre Benützung stehen Zeigbücher zur Verfügung.

Basierend auf diesem Grundstock bildeten in der Folge Darstellungen mit topographischem Inhalt das Sammlungsgut der Bildersammlung. Die im Staatsarchiv verwahrten Bilder dienten in erster Linie der Illustration, etwa von heimatgeschichtlichen Büchern. Dementsprechend wurden auch Ordnungsstruktur und Findmittel nach topographischen Gesichtspunkten aufgebaut. Auch die ersten Einheiten der seit 1902 bestehenden Negativsammlung betreffen inhaltlich Gebäude und Strassenzüge Basels und seiner Umgebung. Die Bildersammlung nahm und nimmt aber auch Material aus den Archivbeständen (Älteres und Neueres Hauptarchiv, Privatarchive, Nebenarchive) auf, das aufgrund seiner physischen Beschaffenheit und aus Rücksicht auf seinen Erhaltungszustand nicht bei den Akten aufbewahrt werden kann.

Mit der Zeit wuchs die Bedeutung des Bildmaterials, das Tätigkeiten und Ereignisse dokumentiert. Dies wirkte sich sehr direkt auf die heutige inhaltliche Vielfalt der Bilder- und Negativsammlung aus: Architektur und Stadtentwicklung, städtische Verwaltung, Industrie und Gewerbe, Porträts und Gruppenbilder, städtische Kultur, politische und religiöse Ereignisse, Feste und Feiern sind hier in verschiedenen Techniken und aus verschiedener Optik dokumentiert.
In den letzten Jahren erhielt das Bild in der historischen Forschung vermehrt den Wert einer eigenständigen Quelle. Tatsächlich lassen sich anhand von bildlichen Darstellungen eine Vielzahl konkreter Schlüsse ziehen. Betrachtet man z.B. eine in den 1930er-Jahren entstandene Aufnahme aus einem Operationssaal, so lassen sich daraus Erkenntnisse zur technischen Infrastruktur, zur Beschaffenheit der Instrumente etc. gewinnen. Als Quelle zur historischen, aber auch kulturgeschichtlichen Forschung birgt die Bilder- und Negativsammlung noch manche unbekannte Schätze. Von Bedeutung ist zudem der kulturelle und künstlerische Wert der Sammlung, die Werke von Matthäus Merian, Emanuel Büchel, Niklaus Stöcklin, Varady oder Spreng enthält.
 

Inhalt und innere Ordnung:

Form und Inhalt:Heute umfasst die Bildersammmlung rund 45'000 Einheiten in verschiedenen Techniken (Handzeichnungen, Aquarelle, Holzschnitte, Kupfer- und Stahlstiche, Lithographien, Fotografien) aus dem 16. bis 20. Jahrhundert. Die Negativsammlung ihrerseits weist rund 120'000 Negative auf, die bis etwa 1845 zurückreichen. Darin enthalten sind Glasplatten, aber auch Nitratnegative und moderne Kleinbildnegative. Besonders hervorgehoben werden muss, dass die Negativsammlung ganze, in sich geschlossene Archive von ausserordentlicher Bedeutung enthält. An erster Stelle ist das Fotoarchiv Höflinger mit seinen rund 65'000 Negativen zu nennen, welches 1991 angekauft wurde. Die Einzigartigkeit dieses Archivs besteht darin, dass es sich nicht einfach um eine mehr oder weniger willkürlich zusammengetragene Sammlung handelt, sondern das organisch gewachsene Arbeitsprodukt einer Fotografendynastie darstellt, die ihren Beruf während vier Generationen von 1857 bis zur Gegenwart in Basel ausgeübt hat. Ferner sind das Fotoarchiv der Basler Verkehrsbetriebe (ca. 30'000 Negative) und das historische Fotoarchiv der Fluggesellschaft Balair/cta (rund 3'600 Negative von ca. 1925 bis 1966) zu nennen.
 

Zugangs- und Benutzungsbedingungen:

Zugangsbestimmungen:Für die Benützung der Bilder- und Negativsammlung empfiehlt sich eine Voranmeldung.
 

Benutzung

Erforderliche Bewilligung:Gemäss Archivgesetz BS
Physische Benützbarkeit:uneingeschränkt
Zugänglichkeit:Oeffentlich
 

URL für diese Verz.-Einheit

URL:http://query.staatsarchiv.bs.ch/query/Detail.aspx?ID=79654
 
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