PA 163 Archiv der Kommission für Ferienversorgung armer und erholungsbedürftiger Schulkinder (seit 1900 Stiftung, seit 1967 Basler Stiftung für Ferienkolonien), 1878-1991 (Fonds)

Archive plan context


Identifikation:

Signatur:PA 163
Titel:Archiv der Kommission für Ferienversorgung armer und erholungsbedürftiger Schulkinder (seit 1900 Stiftung, seit 1967 Basler Stiftung für Ferienkolonien)
Entstehungszeitraum:1878 - 1991
Verzeichnungsstufe:Fonds

Kontext:

Aktenbildner/Provenienz (Link): Stiftung für Ferienkolonien, Basler (Basel)
Aktenbildner/Provenienz (Text):Kommission für Ferienversorgung armer und erholungsbefürftiger Kinder (seit 1900 Stiftung, seit 1967 Basler Stiftung für Ferienkolonien)
Verwaltungsgeschichte/Biografische Angaben:Die Kommission für Ferienversorgung armer und erholungsbedürftiger Schulkinder wurde im Mai 1878 gegründet. Ihre Gründungsmitglieder entstammten dem gehobenen Bürgertum (Professoren, Lehrer, Pfarrer, Beamte, Mediziner und weitere Angehörige freier Berufe). Ausgangspunkt ihres Engagements war das zunehmende soziale Elend im schnell wachsenden städtischen Proletariat. Sozialreformerisches Ziel der Ferienversorgung war die Hebung der Volksgesundheit, welche man durch die vielfach schlecht ernährten und in unzulänglichen Wohnverhältnissen aufwachsenden Unterschichtenkinder gefährdet sah.

Die ersten Ferienkolonien wurden bereits im Sommer 1878 organisiert. Sie dauerten anfänglich zweieinhalb, später vier und seit Mitte der 1960er Jahre drei Wochen. Lange Jahre wurden die in Frage kommenden Kinder von ihren Lehrerinnen und Lehrern vorgeschlagen und anschliessend von Ärzten aus der Kommission auf ihren Gesundheitszustand hin untersucht. Die Zahl der teilnehmenden Kinder stieg bis in die 1920er Jahre auf gegen 1.000 pro Jahr an. Nach dem Zweiten Weltkrieg ging sie mit dem wachsenden Wohlstand innerhalb eines Jahrzehnts auf 400 bis 500 zurück. Seit Mitte der 1960er Jahre schwankt sie zwischen 300 und 400. Bis 1923 wurden nur Kinder aus der Stadt Basel aufgenommen. Seit dieser Zeit stehen die Kolonien auch Kindern aus Riehen und Bettingen offen.

In den Anfangsjahren erhielten die Kinder ihre Ferien von der Stiftung geschenkt. 1926 erwog man erstmals, freiwillige Beiträge der Eltern zu erbitten. Seit 1935 finanzieren die Eltern gemäss ihrem Einkommen die Ferien ihrer Kinder mit. Später wurden feste Sätze eingeführt, wobei Reduktionen je nach finanzieller Lage der Eltern möglich sind. Lange Jahre übernahmen Lehrerinnen und Lehrer Basler Schulen die Ferienbetreuung. Mit der Zeit kamen Frauen und Männer aus anderen Berufen sowie Studierende hinzu. Bis 1926 wurde lediglich freie Kost und Logis, aber keinerlei finanzielle Entschädigung geboten. Seit 1926 erhalten alle Betreuerinnen und Betreuer einen kleinen Beitrag.

Die ersten Kolonieorte lagen allesamt im Baselbiet. Später folgten Orte im nahen Aargau und im Solothurner Jura, wobei die Kolonien in der Regel auf Bauernhöfen untergebracht und von der Gastfamilie verköstigt wurden. Einzelne Kolonieorte beherbergten mehr als 80 Jahre lang Koloniekinder. Von 1956 an versuchte die Stiftung, den gestiegenen Ansprüchen von Kindern und Leitern entgegenzukommen, indem sie die Kolonien immer mehr in voralpine und alpine Gegenden verlegte. Gleichzeitig entfiel die Versorgung durch ortsansässige Gastfamilien, die gesamte Logistik ging auf die wachsenden Leitungsteams der Kolonien über. Dem Trend der Zeit entsprechend werden seit den frühen 1970er Jahren auch vermehrt thematisch ausgerichtete Ferienkolonien (Basteln Segeln, Fotografieren, Theaterspielen) angeboten. 1957 bzw. 1959 richtete die Stiftung die Schulhäuser in Alvaneu und Maladers als Ferienhäuser ein, seit 1980 verfügt sie mit dem Ferienheim Prêles oberhalb des Bielersees über ein eigenes Feriendomizil.

Finanzielle Grundlage der Stiftungsarbeit waren zunächst freiwillige Spenden aus der Bevölkerung. Hinzu kamen Zuschüsse von Firmen und Verbänden sowie Einnahmen aus Konzerten und Haussammlungen. Legate bildeten den Grundstock eines bescheidenen Vermögens, aus dem die Stiftung immer wieder Defizite decken konnte. Von 1904 an erhielt sie viele Jahre eine Bundessubvention. 1923 kam eine bis heute gewährte Subvention des Kantons Basel-Stadt hinzu. 1988 wurde ein Trägerverein gegründet, um die Stiftung finanziell unabhängiger werden zu lassen. Seit den dreissiger Jahren arbeitet die Stiftung zudem eng mit dem Schulfürsorgeamt (seit 1973 Sozialpädagogischer Dienst der Schulen des Kantons Basel-Stadt) zusammen, der ebenfalls Ferienkolonien durchführt.

Hermann Wichers
Juni 1993

Zugangs- und Benutzungsbedingungen:

Rechtsstatus:Depositum
Zugangsbestimmungen:Es gelten die allgemeinen Benutzungsbestimmungen des Staatsarchivs Basel-Stadt.

Sachverwandte Unterlagen:

Veröffentlichungen:100 Jahre Basler Stiftung für Ferienkolonien, Basel 1977 (in PA 163a 3d)

Kontrolle:

Erschliessungsgrad:Detailliert
Aufnahmedatum:1/22/2001
Revisionsdatum:5/13/2005
 

Descriptors

Entries:  Basler Stiftung für Ferienkolonien (Personenbegriffe\B)
 

Related units of description

Related units of description:siehe auch:
ED-REG 25 Sozialpädagogischer Dienst der Schulen (SDS) \ [1910-1972: Schulfürsorgeamt (SFA)], 1888-2001 (Fonds)

siehe auch:
ED-REG 1c 372 Schülerfürsorge (Serie)

siehe auch:
SV-REG 4319 Sozialpädagogischer Dienst der Schulen von Basel-Stadt (bis 1972: Schulfürsorgeamt), 1907-1976 (Bestand)

siehe auch:
ED-REG 1c 371 Sozialpädagogischer Dienst der Schulen des Kantons Basel-Stadt [vor 1971: Schulfürsorgeamt] (Serie)
 

Usage

End of term of protection:12/31/2021
Permission required:Gemäss Archivgesetz BS
Physical Usability:uneingeschränkt
Accessibility:Oeffentlich
 

URL for this unit of description

URL:http://query.staatsarchiv.bs.ch/query/detail.aspx?ID=119552
 

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