PA 787 Basler Gesangverein (gegr. 1824), 1823-2002 (Fonds)

Archivplan-Kontext

 

Identifikation:

Signatur:PA 787
Titel:Basler Gesangverein (gegr. 1824)
Entstehungszeitraum:1823 - 2002
Verzeichnungsstufe:Fonds
 

Kontext:

Aktenbildner/Provenienz (Link): Basler Gesangverein (Basel)
Verwaltungsgeschichte/Biografische Angaben:Der Basler Gesangverein BGV

Der Basler Gesangverein wurde am 2. Mai 1824 gegründet. Anstoss dazu gab Ferdinand Laur (1791-1854), der den gemischten Chor zwischen 1824 und 1845 leitete. Das Ziel des Vereins besteht darin, Chorwerke alter und neue Meister durch Konzerte einem weiteren Publikum zu Gehör zu bringen. Jährlich finden zwei bis drei grössere Aufführungen mit Orchester statt.

Zur musikalischen Entwicklung des Chors

Ab 1834 wurden die Aufführungen einer grösseren Öffentlichkeit zugänglich. Zu Begin fanden sie in der Predigerkirche, zwei Jahre später im Münster, statt. Gegen Ende der 1830er Jahre brachte der Chor auch grössere Werke, etwa die Oratorien Georg Friedrich Händels (1685-1759) und Johann Sebastian Bachs (1685-1750), zur Aufführung. Daneben wurden auch gegenwartsnahe Werke wie diejenigen von Felix Mendelssohn (1809-1847), später Johannes Brahms (1833-1897) und Richard Strauss (1864-1949), gesungen. Bedeutende Vertreter der jeweiligen Musikergeneration wirkten als Leiter des Chores. 1845 trat Ernst Reiter (1814-1875) die Orchesterleitung an, welches er 30 Jahre inne hatte. Neben dem BGV leitet er die Konzertgesellschaft (später Allgemeine Musikgesellschaft AMG) und die Basler Liedertafel. Eine Personalunion, welche bis 1965 Bestand hatte. Reiter entwickelte den Chor und brachte neben Bach, Händel, Ludwig van Beethoven (1770-1827), Mendelssohn, Brahms, Robert Schumann (1810-1856) auch eigene Kompositionen zur Aufführung. Die Zahl der Mitglieder stieg von 172 (1849) auf 329 (1873) an, man sang nun mit Orchesterbegleitung. Zum 50jährigen Bestehen dirigierte Johannes Brahms 1874 eigenhändig sein "Triumphlied".

Reiters Nachfolger Alfred Volkland (1841-1905) liebte die Romantik, pflegte aber ebenso Bach (Kantaten, h-Moll-Messe), Beethoven (Missa solemnis) und Giuseppe Verdi (1813-1901) (Requiem). Zum 75jährigen Jubiläum des Chores 1899 dirigierte er die Grosse Totenmesse von Hector Berlioz (1803-1869). Hans Huber (1852-1921), bekannt durch seine Basler Festspiele, übernahm den Chor für wenige Jahre. Im folgte 1902 Hermann Suter (1870-1926), der für den Chor von ausserordentlicher Bedeutung war. Den neueren Strömungen in der Musik aufgeschlossen, brachte er 1903 anlässlich des Festes der Allgemeinen Deutschen Musikgesellschaft die a cappella-Hymne Nr. 2 von Richard Strauss zur Aufführung. Zum 100jährigen Bestehen des BGV intonierte der Chor 1924 Hermann Suters Le Laudi di San Francesco d'Assisi (Ur-Aufführung), was dem Chor und dem Komponisten einen hohen Bekanntheitsgrad eintrug.

1925 musste Hermann Suter gesundheitshalber zurücktreten und Hans Münch (1893-) übernahm seine Nachfolge. Münch führte den Verein während über 50 Jahren (1924-1977) zu grossen Erfolgen. Unter ihm wurden die grossen Chorwerke von Bach, Händel, Beethoven und Brahms gesungen. Daneben pflegte er auch seltener zu hörende Komponisten. Münch schrieb zur 125 Jahr Feier des Chores seine Gryphius-Kantate, welche mit Eduard Henneberger am Klavier uraufgeführt wurde.

Unter Etienne Krähenbühl (1935-1985), er dirigierte den Chor zwischen 1977 und 1985, wurde der Chor mit der neueren Aufführungspraxis alter Meister vertraut (etwa Bachs Matthäus Passion 1978).

Peter Eidenbenz (1936-), Dirigent ab 1987, führte den BGV in die Moderne. Ohne die alten Meister zu vernachlässigen, brachte er Paul Hindemith (1895-1963), Leos Janacek (1854-1928), Zoltan Kodaly (1882-1967), Arnold Schönberg (1874-1951) und weitere zur Aufführung. Der Chor wirkte auch immer wieder mit an Konzerten der Liedertafel, der AMG und der Basler Orchestergesellschaft BOG.
Zur Organisation des BGV

Der Verein besteht aus Aktivmitgliedern, freien Mitgliedern und Ehrenmitgliedern. Wer als Aktivmitglied aufgenommen werden will, muss sich durch eine Probe vor dem Präsidenten über seine Stimmittel und die nötigen Vorkenntnisse ausweisen.

Die geschäftliche Leitung obliegt einer Kommission, die aus 9 bis 11 Mitgliedern besteht und an der Jahresversammlung gewählt wird. Die Präsidentenwahl erfolgt in gesonderter Abstimmung.

Die musikalische Leitung liegt beim Dirigenten, der auf Antrag der Kommission durch die ordentlichen Aktiv-Mitglieder gewählt wird.

Der BGV und die Basler Liedertafel haben eine Übereinkunft betr. gegenseitiger Unterstützung (23. 10. 1913), wonach neu eintretende Aktiv-Mitglieder auch zum Eintritt in den anderen Verein aufgefordert werden.
 

Zugangs- und Benutzungsbedingungen:

Rechtsstatus:Depositum
Zugangsbestimmungen:Es gelten die allgemeinen Benutzungsbestimmungen des Staatsarchivs Basel-Stadt.
 

Sachverwandte Unterlagen:

Veröffentlichungen:125 Jahre Basler Gesangverein, 1949

Der Basler Gesangverein von 1924-1949, 1949

Zur Erinnerung an das Festbankett zum 125jährigen Jubiläum des Basler Gesangvereins, 1949

150 Jahre Basler Gesangverein, Albert Müry. In: Basler Stadtbuch 1974

175 Jahre Basler Gesangverein, Basel, 1999

(Die Veröffentlichungen sind auch zu finden unter PA 787b J 2 (1))
 

Kontrolle:

Erschliessungsgrad:Detailliert
Aufnahmedatum:20.08.2001
Revisionsdatum:11.05.2004
31.01.2006
14.03.2013
 

Deskriptoren

Einträge:  Basler Gesangsverein (Personenbegriffe\B)
 

Verwandte Verzeichnungseinheiten

Verwandte Verzeichnungseinheiten:Verwandte VE in scopeArchiv:
PA 175 Archiv der Basler Liedertafel 1852, 1829-2015 (Fonds)

Verwandte VE in scopeArchiv:
PA 1020 Archiv des "Männerchor der Eisenbahner Basel", 1899-2006 (Fonds)

Verwandte VE in scopeArchiv:
PA 967 Archiv des Männerchors Sängerkranz Basel, 1893-1996 (Fonds)

Verwandte VE in scopeArchiv:
PA 307 Basler Männerchor, 1806-1977 (Fonds)

Verwandte VE in scopeArchiv:
PA 146a F 1 Kommission für Gesang und Orgelunterricht, 1839-1863 (Serie)

Verwandte VE in scopeArchiv:
PA 145 Liederkranz Kleinhüningen: Allgemeines und Einzelnes, Drucksachen, Statuten, Urkunden und Inventar über Vereinigung der Männergesangvereine, Sängerbund und Männerchor Kleinhüningen , 1906-1936 (Bestand)

Verwandte VE in scopeArchiv:
PA 1057 Archiv des Chorverbands Basel-Stadt, 1914-2003 (Fonds)

Verwandte VE in scopeArchiv:
PA 450 Akademischer Männerchor Basel, 1828-1884 (Bestand)

Verwandte VE in scopeArchiv:
PA 506 Kirchengesangchor Basel, 1855-1926 (Bestand)

Verwandte VE in scopeArchiv:
PA 679 Vereinshauschor/ Münsterchor Basel, 1875-1952 (Fonds)

Verwandte VE in scopeArchiv:
PA 790 Archiv des Männerchors Concordia Basel (früher; Posamenter-Gesang-Verein Basel), 1849-1973 (Bestand)

Verwandte VE in scopeArchiv:
PA 822 Archiv des Kleinbasler Gesangchors (1878-1939/40) resp. des Kirchenchors St. Theodor (1941 - 1985), 1878-1985 (Bestand)

Verwandte VE in scopeArchiv:
Vereine und Gesellschaften O 1. Männerchor, 1836-1935 (Serie)

siehe auch:
PA 787b J 2 (1) Publikationen, Festschriften, 1949-1999 (Serie)
 

Benutzung

Schutzfristende:31.12.2032
Erforderliche Bewilligung:Gemäss Archivgesetz BS
Physische Benützbarkeit:uneingeschränkt
Zugänglichkeit:Oeffentlich
 

URL für diese Verz.-Einheit

URL:http://query.staatsarchiv.bs.ch/query/detail.aspx?ID=132550
 
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