PD-REG 10 Militär Basel-Stadt \ (1978-1995 Militärverwaltung und Amt für Gesamtverteidigung; bis 1978 als Militärdirektion, unabhängig vom Polizeidepartement), 1889-2006 (Fonds)

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Identifikation:

Signatur:PD-REG 10
Titel:Militär Basel-Stadt
(1978-1995 Militärverwaltung und Amt für Gesamtverteidigung; bis 1978 als Militärdirektion, unabhängig vom Polizeidepartement)
Entstehungszeitraum:1889 - 2006
Verzeichnungsstufe:Fonds

Kontext:

Aktenbildner/Provenienz (Link): Militär Basel-Stadt (Basel)
Verwaltungsgeschichte/Biografische Angaben:Allgemeines zur Militärverwaltung

Bis 1978 wurde die Militärdirektion unabhängig vom Polizeidepartement geführt. Der Vorsteher war jedoch jeweils bei beiden Verwaltungszweigen derselbe. Die Militärdirektion wurde vom Sekretär der Militärdirektion geführt, der auch Kreiskommandant war. Nach der Fusion hiess das Amt des Sekretärs der Militärdirektion Chef der Militärverwaltung. Seit 1995 wird die Militärverwaltung Hauptabteilung Militär Basel-Stadt genannt.

Die kantonale Militärverwaltung vollzieht Aufgaben im Auftrag des Bundes. In diesem Sinn erfasst sie in der Abteilung Kreiskommando die Wehrmänner (1979 waren es 25'000, 1995 noch 13'000). Sie zieht den Militärpflichtersatz ein, betreibt das Zeughaus und ein Direktionssekretariat. Die Militärverwaltung zeichnet verantwortlich für die Durchführung der Ausrüstungs-, Bekleidungs-, und Waffeninspektionen, für die Überwachung des ausserdienstlichen Schiesswesens und die Erfüllung der Schiesspflicht des einzelnen Wehrmanns. Sie sichert den Kadernachwuchs der kantonalen Truppenkörper. Der Chef der kantonalen Militärverwaltung ist gleichzeitig Beauftragter des Regierungsrates für Gesamtverteidigung. Damit ist er in allen Krisensituationen verantwortlich für das Überleben der Bevölkerung und die Regierungs- und Verwaltungstätigkeit.
In Basel-Stadt folgten sich Robert Saladin, Albert Wellauer, Max Hänni, André Saner und Urs Rütti im Amt des Kreiskommandanten.

Albert Wellauer (1902-1969) wurde 1937 Zeughausverwalter nachdem Robert Saladin zum Kreiskommandanten gewählt wurde. Als Zeughausverwalter unterstanden ihm die Kasernenverwaltung und die Schiessplätze. 1955 wurde Albert Wellauer Kreiskommandant. 1961 wurde unter ihm eine neue Truppenordnung eingeführt. Er trat 1968 zurück.

Max Hänni (1914-), sein Nachfolger als Sekretär der Militärdirektion und Kreiskommandant, hatte bereits 1955 seine Nachfolge als Zeughausverwalter angetreten. Er hatte seit 1942 das Büro für den turnerisch-sportlichen Vorunterricht aufgebaut und war Experte für die turnerische Rekrutenprüfung. Das Büro für turnerisch-sportlichen Vorunterricht wurde 1972 dem Erziehungsdepartement als Amt für Jugend und Sport zugeordnet. Max Hännis Aufgaben werden für 1979 wie folgt umschrieben: Führung der gesamten kantonalen Militärverwaltung, die das Kreiskommando (Korpskontrolle und Sektionschef/Meldewesen), das Büro für Militärpflichtersatz und das Zeughaus (dem die Schiessplätze unterstellt sind) umfasst.

Zudem oblag ihm der Aufbau der Gesamtverteidigungskonzeption des Kantons. Max Hänni reorganisierte das sogenannte 'Klein-Departement' Militärdirektion (es umfasste zwischen 80 und 90 Stellen) nach seinem Amtsantritt. Dies war notwendig, da viele Aufgaben dazu gekommen waren, wie die Koordination für zivile Kriegsvorbereitung und das Amt für Gesamtverteidigung (Regierungsratsbeschlüsse vom 23. Juli 1968 und vom 14. Juli 1970). Ausgelöst worden war die Reorganisation auf kantonaler Ebene durch die Reorganisation des Territorialdienstes und die Schaffung einer Leitungsorganisation und eines Rates für Gesamtverteidigung bei den Bundesbehörden.
1979 wurde Max Hänni von André Saner (1927-) abgelöst, der sein Amt bis 1987 ausübte. Danach wurde Urs Rütti (1936-) Hauptabteilungsleiter des Militärs Basel-Stadt und Kreiskommandant. Er war davor Chef des Kreiskommandos gewesen. Seine Aufgabe bestand unter anderem darin, die Armeereform 95 im Kanton umzusetzen.

Die Projekte 'Armee 95' und 'EMD 95', die seit 1989 realisiert wurden, lösten beim Kreiskommando und dem Kantonalen Zeughaus grosse Veränderungen aus. Die Herabsetzung der Gesamtdienstpflicht von Soldaten und Gefreiten auf 300 Tage und die Senkung des Wehrpflichtalters vom 50. auf das 42. Altersjahr erforderte die Anpassung der kantonalen Struktur. In Basel-Stadt reduzierte sich der Personalbestand bei der Militärverwaltung/ Kreiskommando und im Zeughaus zwischen 1991 und 1995 um 27% (das entsprach knapp 20 Stellen).
Mit Regierungsratsbeschluss vom 17. 10. 1995 wurde in der Militärverwaltung eine neue Leitungs- und Abteilungsstruktur eingeführt. Die neue Hauptabteilung Militär Basel-Stadt wurde in drei Bereiche gegliedert:
Militärverwaltung,
Kreiskommando/Sektionschef und
kantonales Zeughaus.
Die 13'117 Angehörigen der Armee waren in 21 kantonale und 76 eidgenössische Stäben/Einheiten gegliedert.

Schliesslich wurden die Hauptabteilung Militär Basel-Stadt und das Amt für Zivilschutz vom Spiegelhof, respektive Stadthaus/ehemalige Veterinärsvilla, ins Zeughaus integriert. Das 1913/14 errichtete Zeughaus wurde vorgängig renoviert (siehe Ratschlag 8716, 1996).

Ende 1998 zog das Amt für Zivilschutz in das Gebäude ein. Gleichzeitig fand der Namenswechsel zu Bevölkerungsschutz Basel-Stadt statt. 1999 wurde die Zivilschutzpflicht vom 52. auf das 50. Altersjahr gesenkt. Das Amt für Zivilschutz war 1968 von der damaligen Militärdirektion dem Polizeidepartement unterstellt worden.
Der Zeughauskreis Basel-Stadt hatte immer noch ca. 40'000 Armeeangehörige zu versorgen, das entspricht 10% des Schweizerischen Armeebestandes. Von den ca. 40'000 Armeeangehörigen sind in Basel rund 22'000 Soldaten aus nicht Basler Truppengattungen zu betreuen. In Basel sind die kantonalen Füsilierbataillone 54, 97 und 99 heimisch.
Kreiskommando

Das Kreiskommando organisiert die Rekrutenaushebung, führt die jährlichen Inspektionen der persönlichen Ausrüstung durch, führt die Korpskontrolle der Stäbe und Einheiten der kantonalen und der Basel-Stadt zur Kontrollführung zugewiesenen eidgenössischen Truppen sowie das Mutationswesen, das die Ein- und Umteilung von Wehrmännern, die Beförderung und die Entlassung aus der Wehrpflicht umfasst (1987). 1987 wird in Basel die Kontrolle über 35 Stäbe und 131 Einheiten mit insgesamt 25'000 Angehörigen der Armee geführt.

Die Veranlagung und der Bezug des Militärpflichtersatzes wurde 1947 vom Finanzdepartement an die Militärdirektion übertragen, dazu trat eine Verordnung betreffend Militärpflichtersatz (vom 12. 8. 1947) in Kraft. Die Militärdirektion wird darin als Aufsichtsorgan, das Kreiskommando als kantonales Ausführungsorgan bezeichnet. 1959/60 wurde die Gesetzgebung zum Militärpflichtersatz vom Bund und von den Kantonen erneuert (Militärpflichtersatzgesetz vom 12. 6. 1959 und Vollziehungsordnung vom 14.12. 1959, Kantonale Verordnung betreffend Militärpflichtersatz vom 23. 8. 1960).

1969 wurden das Kreiskommando und das Bureau für Militärpflichtersatz administrativ getrennt. Beide wurden direkt der Militärdirektion unterstellt.
Die Verordnungen von 1959/60 blieben in Kraft bis zur Verordnung über den Wehrpflichtersatz vom 14. 1. 1997 (SG 575.100). Weiterhin ist die kantonale Wehrpflichtersatzverwaltung zuständig für die Erhebung der Wehrpflichtersatzabgabe. Die Wehrpflichtverwaltung bezieht die für die Veranlagung notwendigen Daten von der kantonalen Steuerverwaltung.
Koordinationsstelle für zivile Kriegsvorbereitung/ Kantonale Amtsstelle für Gesamtverteidigung

Am 23. Juli 1968 beschloss der Regierungsrat die Militärdirektion als 'Koordinationsstelle für zivile Kriegsvorbereitung im Kanton Basel-Stadt' zu bezeichnen. Max Hänni als Sekretär der Militärdirektion wurde Koordinator und Beauftragten für zivile Kriegsvorbereitung. Die Stelle war verbunden mit dem Stab und der Zentralstelle für Gesamtverteidigung des Bundesrates. Dazu existiert auch ein geheimer Bundesratsbeschluss von 1963 betreffend zivile Kriegsvorbereitung, der nicht an die Kantone abgegeben wurde.

Der Regierungsrat beschloss am 4.5.1971 die Einsetzung eines Kantonalen Führungsstabes der zivilen Kriegsorganisation des Kantons, nachdem die Militärdirektion als Kantonale Amtsstelle für die Belange der Gesamtverteidigung am bezeichnet worden war. Dies basiert auf dem Bundesgesetz über die Leitungsorganisation und den Rat für Gesamtverteidigung vom 27. 6. 1969.
Konferenz der Kantonalen Militärdirektoren (MDK)

Die Konferenz wurde 1928 gegründet. Das erste nachweisbare Organisationsstatut datiert von 1967. Das Bundesarchiv bewahrt die Protokolle (1943-1976) und Sachakten (1943-ca.1970) als Depositum auf. Die offiziellen Akten (Sekretariat des EMD bzw. DMV) existieren seit 1908, sind jedoch bis 1950 lückenhaft. Die Konferenz hat die Aufgabe zu prüfen, welche Fragen in den Kompetenzbereich der Vorsteher der kantonalen Militärdirektionen fallen.

Inhalt und innere Ordnung:

Form und Inhalt:Unter den Allgemeinen Akten des Kreiskommandos sind kleine Einzelserien unterschiedlichster Art subsummiert. Sie wurden nur grob nach Themen strukturiert. Hervorzuheben sind die Serien unter PD-REG 10a 10 Privates/nostalgisches die Armee betreffend, die grossteils eigentliche Privatarchive darstellen.
In PD-REG 10b sind Personalakten, die einen selten grossen Zeitraum umfassen, gegliedert.

Die Serien unter PD-REG 10c bilden das Kontrollwesen des Kreiskommandos ab. Im wesentlichen handelt es sich um die Stammkontrollkarten (Korpskontrolle), die Rekrutierungskontrolle (RC) und die Kontrolle über die sanitarische Untersuchung der Wehrpflichtigen (UC). Die UC enthalten Informationen über die Gesundheit und körperlichen Merkmale der Wehrpflichtigen.

Zugangs- und Benutzungsbedingungen:

Rechtsstatus:Eigentum des Staatsarchivs Basel-Stadt
Zugangsbestimmungen:Es gelten die allgemeinen Benutzungsbestimmungen des Staatsarchivs Basel-Stadt.

Sachverwandte Unterlagen:

Veröffentlichungen:100 Jahr Allschwilerweiher 1899-1999. Hg. vom Kantonal-Schützenverein Basel-stadt.

Das Stadtkommando Basel, 1939-1989. Basel 1989.

Das Stadtkommando Basel, 1939-2003. Stab Stadtkommando. Basel 2003.

OG Inform: das Mitteilungsblatt der Offiziersgesellschaft Basel (1990-1999: OG Basel-Stadt. Bis 1990: Mitteilungen der Offiziersgesellschaft Basel-Stadt)

Kontrolle:

Erschliessungsgrad:Detailliert
Aufnahmedatum:9/4/2001
Revisionsdatum:1/5/2004
 

Descriptors

Entries:  Militärdirektion (Personenbegriffe\)
  Militärverwaltung und Amt für Gesamtverteidigung (Personenbegriffe\)
  Militär Basel-Stadt (Personenbegriffe\)
 

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Related units of description:Verwandte VE in scopeArchiv:
PA 479 Unteroffiziersverein Basel-Stadt (Sektion Basel-Stadt des Eidgenössischen Unteroffiziersvereins), 1844-1985 (Fonds)

Nachfolger von:
Militär Militär, 1373-1953 (Bestand)

Verwandte VE in scopeArchiv:
PD-REG 2a 48 Turnwesen: Baselstädtische Turn- und Sportkommission, Turnplatzfragen, militärischer Vorunterricht, 1934-1960 (Serie)
 

Usage

End of term of protection:12/31/2036
Permission required:Gemäss Archivgesetz BS
Physical Usability:uneingeschränkt
Accessibility:Oeffentlich
 

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