PA 946 Stiftung Kirche und Judentum, 1830-2002 (Fonds)

Archivplan-Kontext

 

Identifikation:

Signatur:PA 946
Titel:Stiftung Kirche und Judentum
Entstehungszeitraum:1830 - 2002
Verzeichnungsstufe:Fonds
 

Kontext:

Aktenbildner/Provenienz (Link): SKJ - Stiftung für Kirche und Judentum (Zürich)
Verwaltungsgeschichte/Biografische Angaben:Die Stiftung für Kirche und Judentum (SKJ) entstand 1973 aus der Schweizerischen Evangelischen Judenmission (SEJ), welche ihrerseits 1950 aus dem 1830 in Basel gegründeten Verein der Freunde Israels entstanden war. Der Verein der Freunde Israels gehört zu den in Basel zahlreichen, von erweckten Kreisen gegründeten "Reichgotteswerken", war aber keine von der Christentumsgesellschaft angeregte Gründung, sondern wurde bis in die Achtziger Jahre des 19. Jahrhunderts in erster Linie von Mitgliedern der Herrenhuter Brüdersozietät getragen. Zum Einzugsgebiet des Vereins der Freunde Israels und der SEJ gehörten neben der deutschen und französischen Schweiz auch Süddeutschland, das Elsass und die Franche Comté. Sowohl der Verein der Freunde Israels als auch die SEJ beschäftigten sich mit der "Bekehrung" von Juden zum evangelischen Glauben. Bis zur Anstellung von Paul Benjamin Laub-Elsässer 1894 stand aber die Propagandaarbeit innerhalb der evangelischen Kirchen, welche die Bekämpfung zahlreicher religiös begründeter Vorurteile gegenüber den Juden und ihrer Religion miteinschloss, und die praktische und seelsorgerische Unterstützung und Betreuung konversionswilliger Juden oder bereits getaufter Juden, sogenannter "Judenchristen", im Vordergrund. Nach 1894, nach einigen Versuchen des Vereins mit reisenden Missionaren, baute Paul Benjamin Laub schliesslich in zwei feste Missionsstationen auf (Lodz und Wilna). Nach dem Erlass der Nürnberger Rassengesetze wurde der Verein der Freunde Israels in Deutschland verboten, wodurch der Verein vom grössten Teil seiner zahlenden Mitglieder abgeschnitten wurde. Die Besetzung Polens durch Deutschland brachte die Missionstätigkeit in Lodz und Wilna zum Erliegen und verunmöglichte jeden Kontakt mit den Mitarbeitern der beiden Missionsstationen bis 1945, weshalb der damalige Missionsdirektor August Gerhardt-Hampf 1941 von seinem Amt zurücktrat. Nach 1945 versuchte der Verein der Freunde Israels, seine Missionstätigkeit in Polen wieder aufzunehmen, was aber scheiterte.
1941 bis 1950 standen die Betreuung jüdischer Flüchtlinge in der Schweiz und nach 1945 in Deutschland sowie die Unterstützung deutscher, unter dem Nationalsozialismus verfolgter "Judenchristen" im Zentrum der praktischen Tätigkeit des Vereins. Mitarbeiter des Vererins der Freunde Israels und später der SEJ nahmen zwar bis in die späten Fünfziger Jahre des 20. Jahrhunderts Taufen vor, die SEJ unterhielt aber nach 1941 keine eigenen Missionsstationen mehr. Seit 1945 bemühte sich Pfarrer Robert Brunner, zuerst als Vorstandsmitglied und seit 1948 als Missionsdirektor, um den christlich-jüdischen Dialog, ohne jedoch - im Gegensatz zur Christlich-Jüdischen Arbeitsgemeinschaft - auf das "evangelische Zeugnis" verzichten zu wollen. Brunners Tod 1971 löste innerhalb der SEJ eine personelle und idelle Krise aus, welche 1973 in die Umwandlung der SEJ in die Stiftung für Kirche und Judentum (SKJ) mündete
 

Zugangs- und Benutzungsbedingungen:

Rechtsstatus:Depositum der Stiftung Kirche und Judentum
Zugangsbestimmungen:Nur mit Benützungsgenehmigung durch den Stiftungsrat.
 

Kontrolle:

Erschliessungsgrad:Detailliert
Aufnahmedatum:04.12.2001
Revisionsdatum:10.11.2003
 

Deskriptoren

Einträge:  Stiftung für Kirche und Judentum (Personenbegriffe\S)
  Schweizerische Evangelische Judenmission (Personenbegriffe\S)
  Verein der Freunde Israels (Personenbegriffe\)
 

Benutzung

Schutzfristende:31.12.2032
Erforderliche Bewilligung:Provenienzstelle
Physische Benützbarkeit:uneingeschränkt
Zugänglichkeit:Oeffentlich
 

URL für diese Verz.-Einheit

URL:http://query.staatsarchiv.bs.ch/query/detail.aspx?ID=137911
 
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