PA 961 Archiv Frank Weiss (1913-2006) und Thérèse Weiss-Bleuel (1932-), 1667 (ca.)-1998 (Fonds)

Archivplan-Kontext

 

Identifikation:

Signatur:PA 961
Titel:Archiv Frank Weiss (1913-2006) und Thérèse Weiss-Bleuel (1932-)
Entstehungszeitraum:ca. 1667 - 1998
Verzeichnungsstufe:Fonds
 

Kontext:

Aktenbildner/Provenienz (Link): Weiss Frank (Arlesheim)
 Weiss-Bleuel Thérèse (Arlesheim)
Verwaltungsgeschichte/Biografische Angaben:Frank Weiss (1913-2006 )

Frank Weiss wird am 22. Mai 1913 als Sohn von Ernst Weiss und Hedwig Weiss-Müller in Basel geboren, wo er als Jüngster von vier Kindern christlich-mittelständisch aufwächst. Schon mit 15 Jahren beginnt er, Kultur-/Film-Tagebücher zu führen, in denen er festhält, welche Filme er sieht, welche Ausstellungen er besucht und welche Bücher er liest.

1932 ist er Student in Berlin und erlebt die ersten Goebbels-Reden, welche ihn gegen alles Totalitäre, sowohl von rechter als auch von linker Seite, impfen und ihn zu einem überzeugten Antifaschisten und Antimilitaristen machen. Er wendet sich dem wissenschaftlichen Marxismus zu und tritt in der Folge der Sozialistischen Arbeiterpartei in Berlin und der Marxistischen Studentengruppe in Basel bei. Sein Interesse am Film veranlasst ihn, im selben Jahr Mitglied des Filmclubs der Neue Montag, dem Vorläufer des Filmclubs Le Bon Film, zu werden. 1938 wird Frank Weiss Vorstandsmitglied von Le Bon Film.

1936 wird Frank Weiss Mitglied der Sozialdemokratischen Partei. Diese schliesst ihn aber 1944 im Zuge der 2. Parteispaltung aus der Partei aus. Er tritt der Partei der Arbeit (PdA) bei, welche er u.a. kurz im Grossen Rat, im weiteren Bürgerrat, am Appellationsgericht und im Verwaltungsrat des Allgemeinen Consumvereins (ACV) vertritt.

In Mülhausen entgeht Frank Weiss 1937, der bekennender Anhänger von Leo Trotzki und Antistalinist ist, zusammen mit anderen nur knapp einem Mordanschlag von stalinistischer Seite.

1940 besteht er mit der Dissertation Die Integration des Staates das juristische Doktorexamen.

1944 übernimmt Frank Weiss die Leitung der Lohn- und Verdienstausfallskasse. Ab 1948 baut er daraus die Ausgleichskasse Basel-Stadt auf (AHV, Erwerbsersatz, ab 1957 inkl. IV und Familienausgleichskasse). 15 Jahre lang ist er Vorsitzender der Konferenz der Kantonalen Ausgleichskassen und gehört als führender AHV-Fachmann einer Reihe von Expertenkommissionen des Bundes an.

Nachdem es innerhalb der PdA zu Auseinandersetzungen gekommen ist, verlässt Frank Weiss 1948 die Partei und gibt alle seine politischen Ämter ab.

Frank Weiss ist Mitinitiant der Künstlergruppe 48, welche sich 1948 formiert. Von 1948-1953 präsidiert er die Gruppe. Er sammelt Werke von Basler Künstern und Künstlerinnen, u.a. viele von Max Kämpf (1912-1982).

Von 1949-1970 ist er Präsident von Le Bon Film und macht ihn zum grössten Filmclub im deutschen Sprachgebiet. Frank Weiss sieht seine Aufgabe darin, dem Publikum, insbesondere der Jugend, anspruchsvolle und bedeutende Filme zu zeigen. Er ist Mitorganisator vieler Le Bon Film-Feste im Cafe Sptiz, der Safranzunft und der Kunsthalle. Neben Film und Kunst beschäftigt er sich auch intensiv mit Cabaret und Theater.

1978 geht Frank Weiss in Pension und tritt von seinem Amt als Leiter der Ausgleichskasse Basel-Stadt zurück.

Aus der ersten Ehe mit Johanna geb. Rykart (Heirat 1942) gehen zwei Kinder hervor. Bis zu seinem Tod am 23. April 2006 lebt er zusammen mit seiner zweiten Ehefrau Thérèse, geb. Bleuel (1932-) in Arlesheim.

Zur Geschichte von Le Bon Film siehe unter PA 961c.
 

Zugangs- und Benutzungsbedingungen:

Rechtsstatus:Eigentum des Staatsarchivs Basel-Stadt
Zugangsbestimmungen:Es gelten die allgemeinen Benutzungsbestimmungen des Staatsarchivs Basel-Stadt.
 

Sachverwandte Unterlagen:

Verwandtes Material:- Basel WWZ/SWA: Dokumentensammlung Frank Weiss (inkl. politische Bibliothek)
- Archiv Le Bon Film Basel
- Museum für Kulturen (Larven und Paneaus)
- Universitätsbibliothek Basel (Tagebücher und Briefe)
- Kupferstichkabinett des Kunstmuseum Basel (Bilder, Zeichnungen und Grafiken)
Veröffentlichungen:50 Jahre Le Bon Film. 1931-1981. Basel 1981
 

Kontrolle:

Erschliessungsgrad:Detailliert
Aufnahmedatum:05.09.2007
 

Deskriptoren

Einträge:  Weiss, Thérèse (Bleuel) (1932-) (Personenbegriffe\W)
  Weiss, Frank (Bleuel) (1913-2006) (Personenbegriffe\W)
 

Verwandte Verzeichnungseinheiten

Verwandte Verzeichnungseinheiten:siehe auch:
PA 1024 Carl Miville-Seiler (1921-), 1906-1989 (Fonds)

siehe auch:
PA 854 Nachlass Emil Arnold, 1919-1974 (Bestand)

siehe auch:
DI-REG 1c 14 Alters- und Hinterlassenenversicherung AHV, Invalidenversicherung IV, Erwerbsersatzordnung EO (Serie)
 

Benutzung

Schutzfristende:31.12.2028
Erforderliche Bewilligung:Gemäss Archivgesetz BS
Physische Benützbarkeit:uneingeschränkt
Zugänglichkeit:Oeffentlich
 

URL für diese Verz.-Einheit

URL:http://query.staatsarchiv.bs.ch/query/detail.aspx?ID=137930
 
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