PA 1102 Nachlass von Andreas Sebastian Barth-Götzmann (1916-1990) und Gertrud Barth-Götzmann (1921-1998), 1889-1998 (Bestand)

Archive plan context

 

Identifikation:

Signatur:PA 1102
Titel:Nachlass von Andreas Sebastian Barth-Götzmann (1916-1990) und Gertrud Barth-Götzmann (1921-1998)
Entstehungszeitraum:1889 - 1998
Verzeichnungsstufe:Bestand
Laufmeter:4.70
Archivalienart:Akte
Drucksache
Bild
Objekt
 

Kontext:

Aktenbildner/Provenienz (Text):Familie Barth-Götzmann und Familie Götzmann
Verwaltungsgeschichte/Biografische Angaben:Andreas Sebastian Barth (genannt Andres) wurde 1916 in Allschwil geboren. Als Sohn des Künstlers Paul Basilius Barth (1881-1955) und als Stiefsohn von Louis Moillet wuchs er mit Kunst auf, wendete sich jedoch zuerst dem Gartenbau zu. Er machte eine Ausbildung in Genf und bildete sich danach in Berlin in Gartengestaltung weiter. Dort heiratete er 1942 Ingeborg Eva Schwartz. 1945 kam in Basel der Sohn Fridolin Niklaus zur Welt, welcher bereits im folgenden Jahr starb. Ingeborg Eva Barth-Schwartz starb 1950. Im selben Jahr heiratete Andres Barth Gertrud Götzmann (1921-1998), genannt Trudy. Deren Eltern führten das Restaurant Tonhalle in Zürich, bevor sie die Restaurants Tivoli und Charon (Spalentor) in Basel übernahmen. Trudy und Andres Barth lebten in Allschwil und teils in Beau in der Dordogne (F).

Barth begann 1942, im Alter von 25 Jahren autodidaktisch mit der Malerei und nahm im selben Jahr an der Ausstellung "Die Junge Schweiz" im Kunsthaus Zürich teil. Jedoch blieb er auch der Gärtnerei sein Leben lang treu. Seit 1943 war er Mitglied der Gesellschaft Schweizer Maler, Bildhauer und Architekten GSMBA und der Basler Künstlergesellschaft BKG. Seine Motive spiesen sich aus seiner Liebe zur Natur. Blumen, Pflanzen, Gärten und Landschaften wurden in einfache, stille Bilder umgesetzt, die der naiven Malerei verpflichtet sind. Die meisten Bilder sind symmetrisch um ein Zentrum aufgebaut. Man nannte ihn deshalb auch "Blüemlibarth". Barth wurde mit dem Bundesstipendium sowie mit den Stipendien Pro Arte Basel-Stadt und Cité des Arts Paris ausgezeichnet. Seine Bilder finden sich in Privatbesitz sowie in den öffentlichen Kunstsammlungen von Basel-Stadt, Basel-Landschaft und Zürich. 1975 vollendete er ein elf Meter langes Wandbild im Merian-Iselin Spital. Andres Barth starb 1990 74jährig in Allschwil.

Trudy Barth-Götzmann machte vor ihrer Ehe im Jahre 1944 Schlagzeilen mit ihrem "Ritt der Amazonen". Sie ritt mitten im Krieg zu Pferd mit einer Freundin quer durch die ganze Schweiz.
Der Vater von Andres Barth, Paul Basilius Barth (1881-1955), studierte nach einer Lehr als Dekorationsmaler in München, Florenz und Rom. Er hielt sich zusammen mit Künstlerkollegen in Amalfi und Neapel auf und reiste 1906 nach Paris, wo seine Malerei sich an der Académie Julian - die er zusammen mit den Baslern Karl Dick (1884-1967), Numa Donzé (1885-1952), Jean-Jacques Lüscher(1884-1955) und Albert Müller (1897-1926) besuchte - wesentlich veränderte. Ein Jahr später heiratete er Margaretha Zaeslin und ihr Sohn Henri André wurde geboren (später als Maler Heinrich Bodin (1907-1958) bekannt). 1916 kam Andreas zur Welt. Bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914 kehrte Paul Basilius Barth nach Basel zurück. Später unternahm er ausgedehnte Reisen und hielt sich wiederum längere Zeit in Paris auf. Nach der Scheidung von Margaretha Zaeslin heiratete er 1924 Elsa Wassmer. Ab 1939 unterhielt er sein Atelier in Riehen. Seine Stärke liegen in Porträts, Interieurs, Stilleben, Frauenakt und Landschaft. Barth gilt als der bedeutendste Maler aus dem Kreise der Erneuerer Dick, Donzé und Lüscher, die mit Böcklins Mythologie und Hodlers Symbolik brachen und sich französischen Einflüsse aussetzten.
Zugänge:1 - 1998/00081 Filli Alexander (Basel) (keine Angabe)
2 - 2005/00060 Filli Alexander (Basel) (1908 (ca.)-1998)
Bestandsgeschichte:Die Unterlagen des Zugangs (1) wurden dem Staatsarchiv 1998 von Alexander Filli übergeben. Gertrud Barth-Götzmann hatte sie testamentarisch dem Staarsarchiv vermacht. 2004 wurden sie im Rahmen eines Praktikums erschlossen und via Findmittelassistent in soopeArchiv importiert.
Zugang (2) gelangte zwar gleichzeitig mit Zugang (1) ins Staatsarchiv, wurde jedoch erst später wieder aufgefunden, als neue Ablieferung erfasst und 2005 erschlossen.
 

Inhalt und innere Ordnung:

Form und Inhalt:Zugang (1):
Es handelt sich um den Nachlass des Kunstmalers Andreas Sebastian Barth und seiner Frau Gertrud Barth-Götzmann sowie Teile des Nachlasses von deren Eltern, dem Künstler Paul Basilius Barth und dem Ehepaar Emil Georg und Luise Paulina Götzmann-Vogel (Wirtepaar des Restaurant Tivoli und des Restaurant Spalentor (Charon)).

Von Gertrud Barth-Götzmann sind viele Unterlagen aus ihren Jugendjahren in Basel erhalten, die einen Eindruck vom Leben einer jungen Frau aus der oberen Mittelschicht geben, speziell zu erwähnen sind die Unterlagen zum "Ritt der Amazonen", eine Reise auf dem Pferderücken durch die Schweiz im Jahre 1944.

Von Andres Barth-Götzmann ist hauptsächlich die Dokumentation seines künstlerischen Werks erhalten. Viele Ausstellungen sind mit Unterlagen zu den Verkäufen, diversen Korrespondenzen und Ausstellungskatalogen dokumentiert. Ein grosser Teil seines Werks wurde amateur-fotografisch festgehalten (verkaufte und unverkaufte Werke). Auch die Verbindungen zur Kunsthalle, zur Gesellschaft Schweizer Maler, Bildhauer und Architekten GSMBA und der Basler Künstlergesellschaft BKG können anhand der Unterlagen verfolgt werden. Das gemeinsame Familienleben und die Pflege des Freundes- und Bekanntenkreises sind ebenfalls fotografisch dokumentiert.

Der Nachlass gewährt schliesslich auch Einblick in das künstlerische Schaffen des Paul Basilius Barth und enthält viele Fotos von seinen Werken sowie persönliche Erinnerungsstücke.

Bemerkenswert sind auch die Unterlagen betreffend Restaurant Tivoli und Restaurant Spalentor (Charon).

Aus Zugang (2) sticht die Korrespondenz des Ehepaares Barth-Götzmann heraus. Daneben tauchten einige Fotografien und Postkarten auf, welche als Vorlagen für die Werke von Andres Barth dienten. Übersichtlicher dokumentiert ist mit den Verzeichnissen der Werke und Preislisten das künstlerische Schaffen von Andres Barth und Paul Basilius Barth. Daneben liegen Porträt-Fotografien und Lebensläufe/Biografien von beider Künstler vor.
Bewertung und Kassation:(1): Kassiert wruden lediglich die abgeschnittenen Haare von Trudy Barth-Götzmann.
(2): Kassiert wurden Leichenreden, die bereits im Staatsarchiv vorhanden sind.
 

Zugangs- und Benutzungsbedingungen:

Rechtsstatus:Eigentum des Staatsarchivs Basel-Stadt.
Zugangsbestimmungen:Es gelten die allgemeinen Benutzungsbestimmungen des Staatsarchivs Basel-Stadt.
 

Kontrolle:

Erschliessungsgrad:Detailliert
Aufnahmedatum:3/23/2004
Revisionsdatum:8/8/2005
 

Descriptors

Entries:  Barth, Andreas Sebastian (Götzmann) (1916-1990) (Personenbegriffe\B)
  Barth, Gertrud L. (Götzmann) (1921-1998) (Personenbegriffe\B)
 

Containers

Number:3
 

Related units of description

Related units of description:Verwandte VE in scopeArchiv:
PA 888 Archiv des Basler Kunstvereins, 1850-1978 (Fonds)
 

Usage

End of term of protection:12/31/2028
Permission required:Gemäss Archivgesetz BS
Physical Usability:uneingeschränkt
Accessibility:Oeffentlich
 

URL for this unit of description

URL:http://query.staatsarchiv.bs.ch/query/detail.aspx?ID=243581
 
Home|Shopping cartno entries|Login|de fr it en
Online Catalogue of the State Archives Basel-Stadt