ÖR-REG 7 Korporation der Wasserinteressenten des Rümelinbach, 1850-1957 (Fonds)

Archivplan-Kontext

 

Identifikation:

Signatur:ÖR-REG 7
Titel:Korporation der Wasserinteressenten des Rümelinbach
Entstehungszeitraum:1850 - 1957
Verzeichnungsstufe:Fonds
 

Kontext:

Aktenbildner/Provenienz (Text):Baudepartement, Baukassier
Verwaltungsgeschichte/Biografische Angaben:Der Rümelinbach, ein Nebengewaesser des Birsig, wurde im frühen Mittelalter als Gewerbekanal angelegt. Seit dem 13. Jahrhundert ist der Rümelinbach urkundlich fassbar. Den Namen erhielt er im 14. Jahrhundert von einem Müller, genannt Rümlin. Der Bach wurde auch 'Oberer Birsig', 'kleiner Birsig' oder 'Steinenbach' genannt.

Die Wassernutzungsberechtigten bzw. Lehensberechtigten waren seit dem 15. Jahrhundert in der Korporation der Wasserinteressenten des Rümelinbachs zusammengeschlossen. Seit dem 17. Jahrhundert wurde die eigentliche Verwaltungstätigkeit (Konzessionserteilungen, Entscheidungen über alte Wasserrechte, Auferlegung der Kosten auf Lehnsinhaber, Aufforderungen zur Instandstellung etc.) vom Wasseramt ausgeübt, das auch die Rechnung führte. Seit 1789 war das Wasseramt eine staatliche Behörde, die seit 1834 dem damaligen Bauamt unterstellt war. Mit den organisatorischen Änderung von 1862 waren auch die direkt Betroffenen wieder im Wasseramt vertreten. Diese setzte sich zusammen aus einem Mitglied des Baukollegiums (als Präsident), einem aus der Bürgerschaft (gewählt durch das Baukollegium), dem Kantonsingenieur, dem Wassermeister und einem Mitglied der Gewerbsinteressenten (von diesen gewählt).

Im 19. Jahrhundert wurden mehrere Korrektionen am Rümelinbach vorgenommen. Dieser wurde als öffentliches Gewässer betrachtet, was auch daran deutlich wird, dass er 1866 nicht im neuen Grundbuch eingetragen wurde. 1874 wurde das Wasseramt aufgelöst. Statt dessen fand eine Versammlung der Lehnsbesitzer statt, zu denen ein Vertreter des Kantons eingeladen wurde, die Geschäfte wurden vom Wassermeister geführt. 1914 wurde das Amt des Wassermeisters dem Strasseninspektor übertragen. Die Behörden sahen das Wasseramt - die Abgabe von Wasserrechten - immer als eigene Domäne an und berücksichtigten die Gewerbsinteressenten nur marginal bei den jeweiligen Umgestaltungen.

Seit der Gründung des Zoologischen Gartens 1874 wurde der Rümelinbach auch von diesem genutzt. Früher waren es unterschiedliche Betriebe wie eine Walke (Tuchherstellung), verschiedene Mühlen, eine Ölstampfe, eine Schleife, eine Pulver-, Tabak- und Lohstampfe, eine Indiennefabrik u.a.m. Daneben wurde das Wasser auch ausserhalb der Stadtmauern in der Landwirtschaft verwendet und im Stadtinnern in Gerbereien, in den Badstuben, als Löschwasser der Feuerwehr und zum Abschwemmen des Unrats.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren noch folgende drei Lehensberechtigte in der Korporation zusammengeschlossen: Matthey-Meier & Co, J. Ruckstuhl AG und F.E. Weitnauer & Cons.

Ständig wiederkehrend waren die Auseinandersetzungen über die Frage, wer die Bau- und Renovationsarbeiten des Kanals zu begleichen habe. Ausgeführt wurden die Arbeiten vom städtischen Bauamt (später Baudepartement), welches einen Drittel der Ausgaben bei den Lehen einzog.

In den 1870er, den 1930er Jahren und den 1950er Jahren wurden Teile des Baches eingedohlt.

Nach den Hochwassern in den Jahren 1937 und 1938 war die Wuhr erneut stark beschädigt. Wiederum entbrannte Streit um die Kostenaufteilung. Die J. Ruckstuhl AG schied aus der Korporation aus, weil sich die hohen Reparaturkosten im Verhältnis zur Nutzung nicht mehr lohnten.

Nach der Eindohlung des Teiches löste sich die Korporation 1957 auf. Rechte und Pflichten gingen an die Einwohnergemeinde über, welche durch das Baudepartement vertreten wurde. Das vorhandene Vermögen wurde für die Anlegung einer Grünfläche auf dem überdeckten Bach verwendet.
 

Zugangs- und Benutzungsbedingungen:

Rechtsstatus:Eigentum des Staatsarchivs Basel-Stadt
Zugangsbestimmungen:Es gelten die allgemeinen Benutzungsbestimmungen des Staatsarchivs Basel-Stadt.
 

Sachverwandte Unterlagen:

Veröffentlichungen:Eduard Golder: Der Birsig und seine Nebengewässer, Basel 1995

Eduard Schweizer: Die Wasserrechte am Rümelinbach. In: Basler Jahrbuch 1921, S. 23-63 und Basler Jahrbuch 1922, S. 253-291.
 

Kontrolle:

Erschliessungsgrad:Detailliert
Aufnahmedatum:02.11.2004
Revisionsdatum:06.09.2005
 

Deskriptoren

Einträge:  Korporation der Wasserinteressenten des Rümelinbach (Personenbegriffe\K)
  Rümelinbach (Ortsbegriffe\)
 

Verwandte Verzeichnungseinheiten

Verwandte Verzeichnungseinheiten:Verwandte VE in scopeArchiv:
Teichkorporationen Rümelinbach Archiv der Interessenten am Rümelinbach, 1784-1864 (Bestand)

Verwandte VE in scopeArchiv:
Bau W 13. Birsigwuhr und Rümelinbach. Wasseramt am Rümelinbach, 1316-1942 (Serie)

Verwandte VE in scopeArchiv:
Protokolle H 8. Wasseramt am Rümelinbach., 1413-1875 (Serie)

Verwandte VE in scopeArchiv:
PA 1000a M 4.1 Rümelinbach und Birsig: Wasserversorgung, Wasserrechte, Abwasser (Serie)

Verwandte VE in scopeArchiv:
ÖR-REG 1 Korporation für die Nutzung des St.Albanteiches, 1900-1974 (Fonds)

Verwandte VE in scopeArchiv:
BD-REG 2B 2 Rümelinbach / Dorenbach (Serie)
 

Benutzung

Schutzfristende:31.12.1987
Erforderliche Bewilligung:Gemäss Archivgesetz BS
Physische Benützbarkeit:uneingeschränkt
Zugänglichkeit:Oeffentlich
 

URL für diese Verz.-Einheit

URL:http://query.staatsarchiv.bs.ch/query/detail.aspx?ID=264349
 
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