GA-REG 4c 5 Tätigkeit der Schweizerischen Gesellschaft der Freunde einer autoritären Demokratie: Ernst Leonhardt und Cons. (Serie)

Archivplan-Kontext

 

Identifikation:

Signatur:GA-REG 4c 5
Titel:Tätigkeit der Schweizerischen Gesellschaft der Freunde einer autoritären Demokratie: Ernst Leonhardt und Cons.
Verzeichnungsstufe:Serie
Archivalienart:Akte
 

Kontext:

Aktenbildner/Provenienz (Text):Die Provenienz ist nicht vollständig geklärt. Es handelt sich um das Strafgericht, die Staatsanwaltschaft oder evt. die Politische Polizei.
Verwaltungsgeschichte/Biografische Angaben:Der Strafgerichtsfall aus dem Jahr 1944 behandelt die Tätigkeit der Schweizerische Gesellschaft der Freunde einer autoritären Demokratie (SGAD). Die Gesellschaft orientierte sich am deutschen Nationalsozialismus und hatte zum Ziel, die Eidgenossenschaft in einen nationalsozialistischen Führerstaat umzuwandeln. Sie publizierte und verbreitete dazu nazionalsozialistische Propaganda. Die Gesellschaft war 1939 als getarnte Partei gegründet worden, nachdem aufgrund der Demokratieschutzverordnung die Nationale Front (bis 1933) und deren Nachfolgeorganisation der Volksbund verboten worden waren. Eine zentrale Figur spielte in allen drei Organisationen Ernst Leonhardt (1885-1945), ehemaliger Major der Schweizer Armee, der 1939 nach Deutschland flüchtete. Seine wichtigsten und mit ihm angeklagten Gehilfen waren Franz Burri (1901) (Leiter einer nationalsozialistischen Presseagentur, der IPA Internationale Presse Agentur), Wilhelm Engler (1896) (Statthalter Leonhardts in Basel), Gottlieb Wierer (1903), Hans Renold (1911), Ludwig Nebel (1912), Ernst Wagner (1898) und Alfred Wenger (1894). Die Propaganda wurde über ein Mitteilungsblatt betrieben, welches als Ersatz für die seit 1938 verbotene Zeitung "Der Angriff", früher "Zeitung Volksbund" in maschinenschrift vervielfältigt und in verschlossenen Couverts per Post über ein Verteilnetz in Umlauf gebracht wurde. Daneben fanden Versammlungen, meist im benachbarten deutschen Lörrach, statt. Die Protagonisten wurden im Rahmen des vorliegendes Strafgerichtsfalles 1944 zu Zuchthausstrafen verurteilt, teilweise ausgebürgert und des Landes verwiesen. Daneben waren noch 39 andere Personen angeklagt. Sie wurden zu Gefängnisstrafen verurteilt, eine Person wurde freigesprochen.

Bereits 1939 hatten die Bundesbehörden ein Verfahren angestrengt, daneben lief ein Militärprozess und ein Strafprozess in Solothurn. Auch in diesen Verfahren waren die hier genannten Personen zum Teil involviert.
Bestandsgeschichte:Die Unterlagen wurden via Autobahnpolizei-Stützpunkt (Daniel Vogt, Mit-Initiator des Polizei-Musuems) dem Staatsarchiv abgeliefert. Sie stammen wahrscheinlich aus dem "Waaghof", das heisst evt. von der Staatsanwaltschaft, der politischen Polizei oder dem Strafgericht. Unter Umständen sind es Unterlagen, die 1961 der Vernichtung der Staatsschutzakten (PD-REG 5a) entgangen sind.
 

Inhalt und innere Ordnung:

Form und Inhalt:Unterlagen betr. den Fall: Anklageschrift, Dossiers zu den einzelnen Angeklagten, Hintergrundinformationen (Verfügugnen, Notizen, Beweisliste, Propagandaschriften, andere Urteile etc.)
Bewertung und Kassation:Das Urteil des Strafgerichts vom 23. August 1944 wurde kassiert, da es sich bereits in den Protokollen des Strafgerichts (Gerichtsarchiv EE) befindet.
Ordnung und Klassifikation:1 Anklageschrift
2 Dossiers zu den einzelnen Angeklagten
3 Verschiedenes
4 Nebengestalten I
5 Resumés der Angeklagten
6 Beschlagnahmtes Material, Kosten
7 Einstellungsverfügungen
8 Anklageschrift, Beweisliste, Liste der Angeklagten
9 Auszüge aus anderen Untersuchungen und Urteilen, Notizen zur rechtlichen Qualifikation
10 Aktennotizen betr. Schweizerische Gesellschaft der Freunde einer autoritäeren Demokraktie (SGAD)
11 Allgemeines Schweizerische Gesellschaft der Freunde einer autoritären Demokraktie (SGAD)
12 Propagandaschriften, Verzeichnis und Auszüge
13 Schweizerische Gesellschaft der Freunde einer autoritären Demokratie (SGAD): Urteile verschiedener Gerichte
 

Zugangs- und Benutzungsbedingungen:

Rechtsstatus:Eigentum des Staatsarchivs Basel-Stadt
Zugangsbestimmungen:Es gelten die allgemeinen Benutzungsbestimmungen des Staatsarchivs Basel-Stadt.
 

Sachverwandte Unterlagen:

Veröffentlichungen:Wolf, Walter: Faschismus in der Schweiz. Die Geschichte der Frontenbewegungen in der deutschen Schweiz, 1930-1945, Zürich 1969, (Bibl. StABS C 1620)

Wolf, Walter: Frontenbewegungen in der deutschen Schweiz 1930-1945, Zürich 1968

von Hahn, Patrick: Liquidation der Vergangenheit. Die "politische Säuberung" nach dem Zweiten Weltkrieg in Basel, unveröff. Lizentiatsarbeit, Basel 1998 (Bibl. StABS Quart Cv 2062)

von Hahn, Patrick: "Sauberer" als Bern? Schweizerische und Basler Politik gegenüber den nationalsozialistischen Organisationen in der Schweiz (1931-1946). In: Schweizerische Zeitschrift für Geschichte, Vol 51, 2001, Nr. 1, S. 46ff. (Bibl. StABS C 9a, Bd. 51)

Brassel-Moser, Ruedi: "Heim ins Reich!" Politische Säuberungen im Baselbiet. In: Simone Chiquet u.a. (Hg.): Nach dem Krieg. Grenzen in der Regio 1944-1948, Zürich 1995, S. 85-98

Lachmann, Günter: Der Nationalsozialismus in der Schweiz 1931-1945. Ein Beitrag zur Geschichte der Auslandsorgansiationen der NSDAP, Berlin 1962

Meier, Martin: Die NS-Organisationen in Basel In: Nadia Guth u.a. (Hg.): Réduit Basel 39/45. Katalog zurAusstellung. Basel 1989, S. 65-74

Rüthemann, Walter: Volksbund und SGAD. Nationalsozialistische Schweizerische Arbeiterpartei, Schweizerische Gesellschaft der Freunde einer autoritären Demokratie. Ein Beitrag zur Geschichte der schweizerischen Erneuerungsbewegung 1930-1940, Zürich 1969
 

Anmerkungen:

Anmerkungen:Hier ebenfalls thematisiertes Umfeld / Vorgängervereingungen: Nationale Front, Volksbund, Nationalsozialistische schweizerische Arbeiterpartei (NSSAP), Schweizerische Gesellschaft der Freunde einer autoritären Demokratie (SGAD)
 

Kontrolle:

Erschliessungsgrad:Detailliert
Aufnahmedatum:05.07.2006
 

Deskriptoren

Einträge:  Schweizerische Gesellschaft der Freunde einer autoritären Demokratie (Personenbegriffe\S)
 

Verwandte Verzeichnungseinheiten

Verwandte Verzeichnungseinheiten:siehe unter:
PD-REG 5a 11-2-2 Urteil des Bundesstrafgerichts in Sachen Franz Burri und 40 Mitangeklagte, 1948 (Dokument)

siehe unter:
Gerichtsarchiv EE Strafgericht: Protokolle, 1875-1989 (Serie)

Verwandte VE in scopeArchiv:
IGB-REGa S Antisemitismus/Abwehrmassnahmen (Serie)

Verwandte VE in scopeArchiv:
PA 1032 Dr. Ernst von Schenck-Oettinger (1903-1973), 1902-1980 (ca.) (Fonds)

Verwandte VE in scopeArchiv:
PD-REG 5 Spezialdienst, 1921-1990 (Fonds)
 

Benutzung

Erforderliche Bewilligung:Gemäss Archivgesetz BS
Physische Benützbarkeit:uneingeschränkt
Zugänglichkeit:Oeffentlich
 

URL für diese Verz.-Einheit

URL:http://query.staatsarchiv.bs.ch/query/detail.aspx?ID=499311
 
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