PA Privatarchive (Abteilung)

Archivplan-Kontext

 

Identifikation:

Signatur:PA
Titel:Privatarchive
Verzeichnungsstufe:Abteilung
Erschliessungsgrad:Detailliert
 

Kontext:

Bestandsgeschichte:Die Abteilung der Privatarchive umfasst grundsätzlich Archivgut, das nicht innerhalb der kantonalen Verwaltung oder bei öffentlich-rechtlichen Körperschaften und Anstalten entstanden ist. Die dauerhafte Aufbewahrung dieser Unterlagen gehört also nicht zu den Kernaufgaben des Staatsarchivs, doch ergänzen sie das staatliche Aktengut um wesentliche Facetten und tragen so zu einer vielfältigeren und auch wirklichkeitsnäheren historischen Überlieferung des Kantons bei. Die Bedeutung dieser Abteilung lässt sich auch rein äusserlich feststellen, ist sie doch inzwischen die zweitgrösste Abteilung des Staatsarchivs; darauf verweisen auch die konstant hohen Benützungszahlen.

Es ist bemerkenswert, dass das gedruckte Repertorium von 1905 bereits 86 Privatarchive ausweist. Allerdings stellt man bei näherem Hinsehen fest, dass es sich im wesentlichen um Einzelstücke sowie um wertvolle Handschriften handelt, deren Herkunft in vielen Fällen unbekannt ist oder die sich nicht ohne weiteres in Wackernagels Archivsystem eingliedern liessen. So umfassten die ersten Privatarchive zunächst vor allem einzelne Personalurkunden wie Geburtsbriefe, Pässe oder Eheabreden, sodann eine grosse Anzahl von Berainen aus privatem Besitz und endlich vereinzelte Familienpapiere. Immerhin befinden sich darunter mit dem Handlungsbuch des Ulrich Meltinger (PA 62) und dem Schuldbuch des Klaus Stützemberg (PA 66) zwei für die Basler Wirtschaftsgeschichte des 15. Jahrhunderts zentrale Quellen. Mit dem Privatarchiv 82 lässt sich schliesslich auch ein erstes Familienarchiv (Wackernagel Familienstiftung) ausmachen.

In der Folge verschob sich das Interesse des Staatsarchivs von den Einzelstücken weg hin zu den geschlossenen Archiven von Familien, Vereinen und Organisationen sowie zu Einzelnachlässen. Mit der Übernahme ganzer Archive stieg auch die Bedeutung der Privatarchive als Quellen für die historische Forschung. Das amtliche Schriftgut widerspiegelt die staatliche Tätigkeit und damit trotz seines ungeheuren Volumens nur einen kleinen Teil des gesamten gesellschaftlichen Lebens, während auch noch so kleine Archivbestände aus privater Provenienz sehr oft eben diese Lücken zu schliessen vermögen. Von zentraler Bedeutung erweisen sich dabei immer wieder Korrespondenzserien, die zwar auch eine Fülle historisch weniger bedeutsamer Briefe enthalten, der Forschung aber immer wieder unbekannte und überraschende Aspekte historischer Ereignisse vermitteln. Gleichwohl dienen die Privatarchive auch heute noch als Sammelbecken für Einzelstücke, die nicht in einen bereits vorhandenen Bestand integriert werden können.
 

Inhalt und innere Ordnung:

Form und Inhalt:Die Aufstellung der Privatarchive in der jetzigen nummerischen Reihenfolge ist historisch gewachsen. Im Archivplan wurden Aufbau und Struktur dieser Abteilung sowie der einzelnen Privatarchive respektiert, und es wurde versucht, diese im Archivplan so weit wie möglich abzubilden. Einzelne Gliederungstitel wurden dabei als Orientierungshilfe ergänzt. Sie sind als solche erkennbar durch den Vermerk im Feld "Kommentar".

Für die einzelnen Privatarchive ist es oft nicht mehr möglich, ihre Provenienz eindeutig festzulegen. In solchen Fällen steht im Feld "Provenienzstelle" "Keine Angaben". Es betrifft dies vor allem die älteren Privatarchive.
 

Benutzung

Erforderliche Bewilligung:Gemäss Archivgesetz BS
Physische Benützbarkeit:uneingeschränkt
Zugänglichkeit:Oeffentlich
 

URL für diese Verz.-Einheit

URL:http://query.staatsarchiv.bs.ch/query/detail.aspx?ID=79642
 
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