ED-REG 24 Museum für Gestaltung (bis 1989: Gewerbemuseum Basel), 1877-2013 (Fonds)

Archivplan-Kontext

 

Identifikation:

Signatur:ED-REG 24
Titel:Museum für Gestaltung (bis 1989: Gewerbemuseum Basel)
Entstehungszeitraum:1877 - 2013
Verzeichnungsstufe:Fonds
 

Kontext:

Verwaltungsgeschichte/Biografische Angaben:1878 beschloss der Basler Gewerbeverein, ein Gewerbemuseum zu gründen. Es sollte den Handwerkern ermöglichen, sich anhand der ausgestellten Objekte einen Überblick zu verschaffen über die neuesten Entwicklungen in Stil und Technik verschiedener Bereiche des Handwerks. Eine Mustersammlung und eine Bibliothek sollten bei Fachfragen Hilfe leisten.
1880 wurde Wilhelm Bubeck als erster Direktor des Gewerbemuseums gewählt. Am 2. Mai 1881 wurde das Gewerbemuseum in zwei Räumen der Gewerbehalle eröffnet. Die Regierung beschloss einen jährlichen Beitrag von 2000 Fr. an das Museum zu leisten. Dieser Betrag wurde 1884 auf das Doppelte erhöht, da das Museum schon wenige Jahre nach der Eröffnung in finanzielle Schwierigkeiten geriet.
Im Zuge der Bestrebungen, die handwerkliche Ausbildung zu verbessern, wurde am 20. Dezember 1886 das Gesetz über die Errichtung einer allgemeinen Gewerbeschule erlassen. Wilhelm Bubeck, Direktor des Gewerbemuseums, wurde in Personalunion zum Direktor der Allgemeinen Gewerbeschule ernannt und vom Kanton besoldet. Bei der Planung des Neubaus für die Gewerbeschule, der 1895 am Petersgraben bezogen wurde, wurde von Anfang an davon ausgegangen, dass auch das Gewerbemuseum in den neuen Räumen einen Platz finden sollte. Die Zusammenlegung blieb jedoch vorerst nur eine räumliche.
Die Einflussnahme des Staates verstärkte sich zwischen 1892 und 1914. Ab 1892 wurden die Mitglieder der Museumskommission durch den Regierungsrat gewählt. 1914 wurde schliesslich das Gewerbemuseum direkt dem Erziehungsdepartement unterstellt und unter die Aufsicht der Kommission der Allgemeinen Gewerbeschule gestellt.
Nach der Gründung der Schweizer Mustermesse musste das Museum nicht mehr den neusten Stand der Produktion zeigen, sondern konnte sich auf das Darstellen der Entwicklung bestimmter Sachgebiete konzentrieren. 1918 wurde die Sammlung unter Leitung des neuen Direktors Hermann Kienzle nach neuen Gesichtspunkten geordnet und zwar nicht mehr nach Stilen, sondern nach Materialgruppen und innerhalb derselben nach technischen Reihen. Ausserdem wurden regelmässige Ausstellungen im Dienste der Berufsschüler, der Fachkreise und einer breiteren Öffentlichkeit organisiert. Als 1961 die Gewerbeschule in den Neubau an der Vogelsangstrasse umzog, blieb das Gewerbemuseum am Petersgraben. Ende der 1960er Jahre wurde die Stelle eines beamteten Konservators geschaffen.

1970 übernahm mit Gustav Kyburz erstmals ein vollamtlicher Direktor die Leitung des Gewerbemuseums. Er hatte nicht mehr wie seine Vorgänger gleichzeitig das Amt des Direktors des Museums und der Gewerbeschule bzw. der kunstgewerblichen Abteilung derselben inne. Die Aufsicht über das Museum übernahm eine spezielle Gewerbe-museumskommission, deren Mitglieder von der Kommission der Allgemeinen Gewerbeschule gewählt wurden.
1984 wurde das Museum in "Gewerbemuseum Basel/Museum für Gestaltung" umbenannt, ab August 1989 führte das Museum nur noch die Bezeichnung "Museum für Gestaltung". Mit diesem Namenswechsel fand eine Entwicklung ihren Abschluss, die das Museum weg von hauptsächlich handwerksbezogenen Ausstellungsthemen hin zu Themen mit einem breiteren Bezug zum gesellschaftlichen Alltag geführt hatte. Das 1987 eingeführte neue Museumskonzept hatte auch Auswirkungen auf die bisherigen Sammlungen des Museums. Ausser den Sammlungen Hand- und Druckgraphik, Typographie und Werbung wurden alle übrigen, insbesondere die Textil-, Glas-, Keramik-, Möbel- und Kinematographensammlungen liquidiert, wobei diese zur Hauptsache in die Bestände anderer Basler Museen eingingen. Nach dem neuen Konzept sollte das Museum für Gestaltung anstatt neun bis zehn Ausstellungen im Jahr nur noch drei bis vier grosse Ausstellungen, davon eine bis zwei selbst konzipierte, zeigen. Diese grossen Ausstellungen fanden beim Publikum guten Anklang.

Im Frühling 1995 jedoch beschloss die Regierung, das Museum im Zuge der Sparmassnahmen zu schliessen. Trotz verschiedener Interventionen unterschiedlicher Kreise, die Regierung dazu zu bewegen, diesen Entscheid rückgängig zu machen, schloss das Museum am 31. März 1996 seine Türen. Die umfangreiche Plakatsammlung und die Bibliothek blieben im Gebäude am Petersgraben und wurden der Schule für Gestaltung angegliedert. Das Museum selbst wird aber vom ehemaligen Direktor und vom früheren Konservator auf privater Basis als "Museum für Gestaltung Basel" in Weil am Rhein (D) weitergeführt.
 

Zugangs- und Benutzungsbedingungen:

Rechtsstatus:Eigentum des Staatsarchivs Basel-Stadt
Zugangsbestimmungen:Es gelten die allgemeinen Benutzungsbestimmungen des Staatsarchivs Basel-Stadt.
 

Sachverwandte Unterlagen:

Veröffentlichungen:Gewerbemuseum Basel 1878-1978. Hundert Jahre Wandel und Fortschritt. Basel 1978
 

Kontrolle:

Erschliessungsgrad:Detailliert
Aufnahmedatum:07.06.1999
Revisionsdatum:02.02.2004
 

Deskriptoren

Einträge:  Gewerbemuseum (Personenbegriffe\G)
  Museum für Gestaltung (Personenbegriffe\)
 

Verwandte Verzeichnungseinheiten

Verwandte Verzeichnungseinheiten:siehe auch:
Protokolle T 35 Kommission des Gewerbemuseums, 1881-1911 (Serie)

siehe auch:
ED-REG 8b Akten der Allgemeinen Gewerbeschule, 1846-2003 (Bestand)

Verwandte VE in scopeArchiv:
ED-REG 44 Schule für Gestaltung, 1950-2000 (Fonds)

siehe auch:
PA 1216a B 2 Gewerbemuseum (Serie)

Verwandte VE in scopeArchiv:
ED-REG 8 Allgemeine Gewerbeschule, 1846-2004 (Fonds)

Verwandte VE in scopeArchiv:
Erziehung OO Gewerbemuseum (Serie)

Verwandte VE in scopeArchiv:
PLA 18 Gewerbeschule mit Gewerbemuseum, 1887 (ca.) (Bestand)

siehe auch:
Erziehung C 32 Kommission des Gewerbemuseums, 1890-1896 (Serie)
 

Benutzung

Schutzfristende:31.12.2043
Erforderliche Bewilligung:Gemäss Archivgesetz BS
Physische Benützbarkeit:uneingeschränkt
Zugänglichkeit:Oeffentlich
 

URL für diese Verz.-Einheit

URL:http://query.staatsarchiv.bs.ch/query/detail.aspx?ID=79890
 
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