SD-REG 2 Universitäre Psychiatrische Kliniken (UPK) \ [bis 1898: Irrenanstalt; 1899-1960: Kantonale Heil- und Pflegeanstalt Friedmatt; bis 2005: Psychiatrische Universitätsklinik (PUK), 1893-2010 (Fonds)

Archive plan context


Identifikation:

Signatur:SD-REG 2
Titel:Universitäre Psychiatrische Kliniken (UPK)
[bis 1898: Irrenanstalt; 1899-1960: Kantonale Heil- und Pflegeanstalt Friedmatt; bis 2005: Psychiatrische Universitätsklinik (PUK)
Entstehungszeitraum:1893 - 2010
Verzeichnungsstufe:Fonds

Kontext:

Aktenbildner/Provenienz (Link): Universitäre Psychiatrische Kliniken UPK (Basel)
Aktenbildner/Provenienz (Text):Irrenanstalt; Kantonale Heil- und Pflegeanstalt Friedmatt; Psychiatrische Universitätsklinik (PUK)
Verwaltungsgeschichte/Biografische Angaben:Bemerkung: Anhand der gedruckten Jahresberichte und der vorliegenden Sekundärliteratur kann ohne übermässigen Aufwand ein Überblick über die Geschichte der Psychiatrischen Universitätsklinik (PUK, seit 2005 Universitäre Psychiatrische Kliniken UPK) gewonnen werden. Deshalb wird in der Folge auf eine ausführliche Verwaltungsgeschichte verzichtet und die Anfangszeit der Klinik nur kurz skizziert. Danach folgen Meilensteine und herausragende Ereignisse der Entwicklung der PUK.

Vorgeschichte
In der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts begann das Spital Räume des Barfüsserklosters als Abteilung für psychisch Kranke, dem so genannten Almosen, zu nutzen. 1842 wurde die Irrenanstalt u. a. aus Platzgründen an die Hebelstrasse in einen abgesonderten Teil des Markgräflerhofs verlegt. Bereits in den 1860er Jahren wurden wieder Mängel und Übelstände der Irrenanstalt konstatiert. Die dadurch ausgelösten Diskussionen über das Irrenwesen und einen allfälligen Neubau der Irrenanstalt dauerten bis 1883, als der Grosse Rats den Bau einer neuen Irrenanstalt auf dem Areal des Milchsuppenguts beschloss.

Heil- und Pflegeanstalt Friedmatt
Mit dem Bezug der neuen Gebäude 1886 und dem Gesetz über die Organisation der Irrenanstalt aus dem gleichen Jahr wurde die Irrenanstalt aus dem damals noch städtischen Bürgerspital herausgelöst und funktionierte erstmals als kantonale Institution. Ihre Aufgabe und ihr Zweck lagen in der "Behandlung heilbarer und unheilbarer Geisteskranker, Idioten und Epileptischer". In zweiter Linie diente sie medizinischen Unterrichtszwecken der Universität. Die Aufsicht über die Anstalt lag bei einer Kommission bestehend aus fünf Mitgliedern; sie wurde vom Regierungsrat jeweils auf drei Jahre ernannt. Der Direktor der Anstalt war erster Arzt, Vorsteher der Anstalt und in der Regel Professor für Psychiatrie an der Universität.

Die neue Irrenanstalt wurde nach dem Pavillonsystem gebaut, d. h. sie bestand aus mehreren einzelnen Häusern und ermöglichte so die angestrebte räumliche Trennung der Abteilungen. Dank dem grösseren Platzangebot konnte bei der Behandlung der Patienten und Patientinnen ausserdem auf mechanische Zwangsmittel verzichtet werden ganz im Sinne des damaligen Direktors Ludwig Wille (1834-1912), der ein Verfechter des No-Restraints nach dem englischen Arzt John Conolly (1794-1866) war. Weiter konnte die Arbeitstherapie eingeführt werden. Patientinnen und Patienten halfen bei Arbeiten im Haus, Garten und auf dem Feld. Trotz diesen Reformen blieb die Anstalt geschlossen: Sie war auf allen Seiten von Mauern oder Zäunen umgeben.

1899 wird die Irrenanstalt umbenannt in Kantonale Heil- und Pflegeanstalt Friedmatt.

1902 wird die erste Assistenzärztin, Serena Buser, eingestellt.

1919-1920 wird die 48-Stunden-Woche für das Wartpersonal eingeführt.

Am 4. Juni 1923 wird die Psychiatrischen Poliklinik (ambulante Patientenbehandlungsstelle) an der Hebelstrasse 1 eröffnet. Sie gehört bis 1977 zur Friedmatt, danach zum Kantonsspital.

1924 setzt das Personal im so genannten "Friedmattkonflikt" die Forderung nach Aufhebung der Zölibatsverordnung durch. Gleichzeitig wird das Anstellungsverhältnis zum Vorteil der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer neu geregelt (Pension, Ferien, Besoldung). Als Konzession an den Arbeitgeber wird die 54-Stunden-Woche eingeführt.

1929-1959 entwickelt sich die Heilanstalt unter dem Direktor John E. Staehelin (1891-1969) zu einer modernen Klinik: freier Ausgang für Patientinnen und Patienten, Einführung der Familienpflege und Sozialarbeit, Einführung des Neuroleptikums "Largactil" 1953.

1960 wählt die Weltgesundheitsorganisation den Direktor der PUK, Prof. Paul Kielholz (1916-1990) zum Berater für Psychiatrie.

1961 tritt das Gesetz über die Hospitalisierung seelisch kranker Personen in Kraft. Im gleichen Jahr werden die Mauern rund um die Klinik abgebrochen.

1968 ernennt die Weltgesundheitsorganisation die PUK zum europäischen Zentrum für den Informationsaustausch und die Registrierung psychotroper Medikamente.

1975 ernennt die Weltgesundheitsorganisation die PUK zum Forschungs- und Ausbildungszentrum für Psychiatrie.

1996 tritt das Gesetz über Behandlung und Einweisung psychisch kranker Personen (Psychiatriegesetz) in Kraft.

2004-2005 werden die Kinder- und Jugendpsychiatrische Universitäts- und Poliklinik (KJUP) und die Psychiatrischen Universitätsklinik (PUK) in die Universitären Psychiatrischen Kliniken (UPK) zusammengeführt.

Inhalt und innere Ordnung:

Form und Inhalt:Es handelt sich hauptsächlich um Personaldossiers.

Für Informationen zu den Krankengeschichten siehe das Feld "Anmerkungen".

Zugangs- und Benutzungsbedingungen:

Rechtsstatus:Eigentum des Staatsarchivs Basel-Stadt

Zum Rechtsstatus der Krankengeschichten siehe das Feld "Anmerkungen".
Zugangsbestimmungen:Es gelten die allgemeinen Benutzungsbestimmungen des Staatsarchivs Basel-Stadt.

Zu den Zugangsbestimmungen der Krankengeschichten siehe das Feld "Anmerkungen".

Sachverwandte Unterlagen:

Veröffentlichungen:Jahresberichte / Psychiatrische Universitätsklinik Basel. Basel 1972-.

Berichte über das Jahr / Psychiatrische Universitätsklinik Basel et. al. Basel 1961-1971.

Berichte über das Jahr / Kantonale Heil- und Pflegeanstalt Friedmatt Basel. Basel 1935-1960.

Berichte über die Kantonale Heil- und Pflegeanstalt Friedmatt. Basel 1899-1934.

Berichte über die Irrenanstalt Basel. Basel 1851/60-1898.

Buess, Claudia. "Diagnose: ad Sterilisationem". Basel 1999.

Geisser, Patricia. Planung und Bau der Irrenanstalt Basel 1864-1886. Basel 1993.

Braunschweig, Sabine. Hüten, warten, pflegen: das Pflegepersonal der Heil- und Pflegeanstalt Friedmatt in Basel 1910-1930. Basel 1988.

Kober- Mathys, Lorenz Benjamin. Zur Geschichte der Schizophrenie-Behandlung in Basel. Basel 1988.

100 Joor PUK 1886-1986. Basel 1986.

100-Jahr-Jubiläum Psychiatrische Universitätsklinik Basel 1886-1986. Zürich 1986 [Sonderbeilage Hospitalis].

Haenel, Thomas. Zur Geschichte der Psychiatrie. Gedanken zur allgemeinen und Basler Psychiatriegeschichte. Basel 1982.

Schüler, Georges. Der Basler Irrenarzt Friedrich Brenner 1809-1874: ein Beitrag zur Geschichte der Schweizer Psychiatrie sowie zur Sozial-, Religions- und Kulturgeschichte der Stadt Basel im 19. Jahrhundert. Aarau 1974.

Meyer, Christian. Ludwig Wille (1834-1912): sein Leben und sein Werk, insbesondere in seiner Bedeutung für die Entstehung der klinischen Psychiatrie in der Schweiz. Zürich 1973.

Staehelin, John Eugen. Kantonale Heil- und Pflegeanstalt Friedmatt Basel. Zürich 1933.

Anmerkungen:

Anmerkungen:Die Krankengeschichten der ehemaligen PUK werden in der dortigen Klinik aufbewahrt.

Für Unterlagen, die lebende Personen betreffen, liegt die Datenherrschaft bei der UPK. Es gilt eine nicht unterschreitbare Schutzfrist.

Für Unterlagen, welche verstorbene Personen betreffen, liegt die Datenherrschaft beim Staatsarchiv. Ihre Benützung richtet sich nach dem Archivgesetz und der Registratur- und Archivierungsverordnung. Über Gesuche um Benützung entscheiden Aktenbildnerin (UPK) und Staatsarchiv einvernehmlich. Dies dient der Wahrung schutzwürdiger Interessen der Betroffenen und Dritter.

Die Datenherrschaft der Krankengeschichten der Kinder- und Jugendpsychiatrischen Klinik geht 10 Jahre nach Erreichen des Mündigkeitsalters der Patientinnen und Patienten an das Staatsarchiv über.

Kontrolle:

Erschliessungsgrad:Detailliert
Aufnahmedatum:6/8/1999
Revisionsdatum:9/30/2005
 

Descriptors

Entries:  Psychiatrische Universitätsklinik (Personenbegriffe\)
  Universitäre Psychiatrische Kliniken (Personenbegriffe\U)
 

Related units of description

Related units of description:Sanität J 18. Irrenanstalt des Spitals, 1874-1882 (Serie)

Sanität J 19. Irrenanstalt des Spitals, Jahresberichte, 1843-1867 (Serie)

Nachfolger von:
Sanität T Heil- und Pflegeanstalt Friedmatt (Serie)

Spital D 6 Irrenanstalt und Irrenarzt, 1768-1894 (Serie)

Spital D 7 Jahresberichte der Irrenanstalt (1851-1870) und des Versorgungshauses (1855-1870) sowie beider Anstalten (1868-1874, 1876), 1851-1876 (Serie)

siehe auch:
SD-REG 1f 2-3 (1) Psychiatrische Universitätsklinik, 1842-1996 (Serie)

Verwandte VE in scopeArchiv:
SD-REG 11 Kantonsspital Basel (bis 1972 Bürgerspital; ab 2004 Universitätsspital), 1800-1999 (Fonds)

siehe auch:
KG 41-50 Universitäre Psychiatrische Kliniken (UPK) \ [bis 1898: Irrenanstalt; 1899-1960: Kantonale Heil- und Pflegeanstalt Friedmatt; bis 2005: Psychiatrische Universitätsklinik (PUK)], 1855.6.28-2011.9.14 (Bestand)

siehe auch:
SD-REG 1a 10 Friedmatt, Psychiatrische Universitätsklinik (Serie)
 

Usage

End of term of protection:12/31/2040
Permission required:Gemäss Archivgesetz BS
Physical Usability:uneingeschränkt
Accessibility:Oeffentlich
 

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