PA 908 Landesring der Unabhängigen, 1937-1996 (Fonds)

Archive plan context


Identifikation:

Signatur:PA 908
Titel:Landesring der Unabhängigen
Entstehungszeitraum:1937 - 1996
Verzeichnungsstufe:Fonds

Kontext:

Aktenbildner/Provenienz (Link): Landesring der Unabhängigen (Basel)
Verwaltungsgeschichte/Biografische Angaben:Im Dezember 1936 wurde die kantonale Sektion des neu gegründeten Landesrings der Unabhängigen (LdU) gegründet. Nach einem respektablen Start 1938 gelang dem LdU bei den Grossratswahlen im Frühjahr 1941 der politische Durchbruch. Nach dem Verbot der in Basel starken Kommunistischen Partei errang er 21 Mandate, wobei er zu einem erheblichen Teil die früheren Wähler der Kommunisten als Protestwähler für sich gewinnen konnte. Bereits 1939 hatte der Ldu auf Kosten der Linken zwei der acht Basler Nationalratssitze errungen, was einem politischen Erdrutsch gleichkam. Allerdings gingen Stimmenanteil und Mandatszahl des LdU bereits bei den Wahlen von 1944 wieder deutlich zurück. Dieser Trend setzte sich in den kommenden Jahren fort.

Einen erneuten Aufschwung erlebte die Partei Mitte/Ende der 1960er Jahre, 1967 stieg sie mit 19 Mandaten zur drittstärksten Fraktion im Grossen Rat auf. Allerdings gelang es dem LdU trotz zahlreicher Anläufe nicht, einen Sitz im Regierungsrat zu erringen. Bis 1995 stellte er aber - mit einem kurzen Unterbruch von 1979 bis 1983 - eines der Basel-Stadt zustehenden Mandate im Nationalrat. Die Zahl der Grossratssitze ging in den 1980er Jahren stark zurück. 1992 konnte die Partei nur noch drei Mandate erringen, die Mandatsträger traten während der Legislaturperiode aus der Partei aus. Im Herbst 1995 beteiligte sich der LdU nicht mehr an den Nationalratswahlen, zum 31. März 1996 löste sich die Kantonalpartei auf.
Lange Jahre sah sich der LdU sowohl von den bürgerlichen Parteien als auch von der SP angefeindet. Dem Schlagwort des politischen Gegners, der Landesring sei die "Partei der organisierten Programmlosigkeit", setzte man die vom Parteigründer Gottlieb Duttweiler geprägten Grundsätze entgegen. So proklamierte der LdU einen Mittelweg zwischen bürgerlichem Individualismus und sozialdemokratischer Programmatik. In der Sprache des Parteiprogramms hiess dies: "Das Wohlergehen der breiten Volksschichten und die freie Aufstiegsmöglichkeit für alle haben als erste Sorge der Wirtschaftspolitik zu gelten."

Immer wieder gelang es der Partei, profilierte Persönlichkeiten für eine Kandidatur auf ihrer Liste zu gewinnen. 1939 zogen der bekannte Architekt Arnold Gfeller sowie der Germanistik-Professor Walter Muschg in den Nationalrat ein. Lange Jahre führte der populäre Nationalrat Walter Allgöwer die Basler Sektion, später wurde die politische Arbeit entscheidend vom Anti-AKW-Aktivisten Hansjürg Weder geprägt.

Zugangs- und Benutzungsbedingungen:

Rechtsstatus:Eigentum des Staatsarchivs Basel-Stadt
Zugangsbestimmungen:Es gelten die allgemeinen Benutzungsbestimmungen des Staatsarchivs Basel-Stadt.

Kontrolle:

Erschliessungsgrad:Detailliert
Aufnahmedatum:3/30/2000
Revisionsdatum:1/25/2006
 

Descriptors

Entries:  Landesring der Unabhängigen (Basel) (Personenbegriffe\)
 

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Usage

End of term of protection:12/31/2026
Permission required:Gemäss Archivgesetz BS
Physical Usability:uneingeschränkt
Accessibility:Oeffentlich
 

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URL:http://query.staatsarchiv.bs.ch/query/detail.aspx?ID=96854
 

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