HGB Historisches Grundbuch der Stadt Basel (Fonds)

Archive plan context


Identifikation:

Signatur:HGB
Titel:Historisches Grundbuch der Stadt Basel
Verzeichnungsstufe:Fonds
Archivalienart:Akte

Kontext:

Aktenbildner/Provenienz (Link): Staatsarchiv Basel-Stadt (Basel)
Zeitraum der Materialzusammenstellung:1895 - 1977
1895 - 1935
1968 - 1977
Bestandsgeschichte:Das Historische Grundbuch ist eine Sammlung von Regesten über Liegenschaften in der Stadt Basel. Das Projekt wurde im Jahre 1895 unter der Leitung von Karl Stehlin (1859-1934) aufgenommen. Den Anstoss zur Anlage des Historischen Grundbuchs gab die ebenfalls 1895 vom Finanzdepartement initiierte Grundbuch-Enquête über den Liegenschafts- und Hypothekarverkehr der Jahre 1885 bis 1895. Finanziert wurde das Vorhaben in einer ersten Phase durch die Historische und Antiquarische Gesellschaft und dem Kanton Basel-Stadt sowie durch Stehlin selbst; in der zweiten Bearbeitungsperiode ab 1968 wurden die Projektkosten über einen speziellen Kredit im Budget des Staatsarchivs getragen.

Ziel des Historischen Grundbuchs war, eine möglichst vollständige und geordnete Sammlung aller verfügbaren Informationen über die Liegenschaften im Bann der Stadt Basel von den Anfängen der Überlieferung bis ins Jahr 1800 zu schaffen. Die Grundlage für die Ordnungsstruktur der Gebäude im Gebiet innerhalb der Stadtmauern bildete das gedruckte Adressbuch von 1862, das älteste Verzeichnis, nach welchem die Strassen bestimmte Anfangs- und Endpunkte haben und die Häuser strassenweise nummeriert sind. Für das Gebiet ausserhalb der Stadtmauern sollten die Verzeichnisse und Pläne der Katasteraufnahme von 1820-1822 dienen.

In einer ersten Bearbeitungsphase zwischen 1895 und 1935 wurden als Quellen die Fertigungsbücher (Handänderungen), die Judicalienbücher (Auskündigungen von Liegenschaftskäufen), die Fröhnungsbücher (Versteigerungen infolge von Pfandbetreibung und Konkurs), die Protokolle des Fünfergerichts (Baugericht), die Hausurkunden, die Zinscorpora im Klosterarchiv, das Notariatsarchiv sowie die Staatsurkunden ausgewertet. In einer zweiten Bearbeitungsphase wurden zwischen 1968 und 1977 zusätzlich die Steuerbücher des Reichspfennigs von 1497 sowie die Brandlagerbücher (Brandversicherungen) ab 1807 ausgezogen. Dadurch liess sich die ursprünglich festgelegte Zeitgrenze von 1800 ausdehnen und der Anschluss an das Adressbuch von 1862 sowie das moderne Grundbuch verbessern. Dabei wurde auch der geographische Raum der historischen Altstadt überschritten, ohne aber dass die einschlägigen Regesten definitiv gemäss der Katasteraufnahme von 1820-1822 hätten geordnet werden können. In diese zweite Bearbeitungsphase fielen zudem die Fertigstellung der Personenverzeichnisse sowie des Verzeichnisses der Häusernamen in Bandform. Auch wurde eine alphabetische Kartei über die in den Brandlagerbüchern aufgeführten Personen angelegt, die im Genealogischen Arbeitsraum steht.

Nur die Regestensammlung zu den Liegenschaften der Basler Altstadt konnte bis 1977 abgeschlossen werden. Sie umfasst rund 220‘000 Regesten, die bis 2019 im Lesesaal des Staatsarchivs in den Schubladen der alten Archivschränke abgelegt waren, die aus dem sogenannten „Oberen Gewölbe“ im Rathaus stammen und in den Jahren 1539-1541 von Jacob Steiner angefertigt worden waren. Diese Regesten wurden von Januar 2019 bis Juli 2020 im elektronischen Archivinformationssystem erfasst und für die künftige orts- und zeitunabhängige Benutzung digitalisiert; die Originale wurden aufgrund ihres teilweise schlechten Erhaltungszustands zu deren Schonung der Benutzung entzogen, neu verpackt und in einem Archivmagazin abgelegt.

Die übrigen Regesten, die die Grundstücke ausserhalb der Stadtmauern, dem sogenannten Grossen Stadtbann, beschlagen und wohl rund 80‘000 Einheiten umfassen, stehen im Freihandbereich der Drucksachensammlung. Der ursprüngliche Plan von Karl Stehlin, für diese Gebiete eine Ordnungsstruktur aufgrund der Katasteraufnahmen von 1820 bis 1822 zu treffen, konnte nie verwirklicht werden. Die vorhandenen Regesten und Zettel sind nur grob nach Sektionen und innerhalb einer Sektion nach Flurnamen geordnet. Zudem liegen noch Zettel vor, die sich überhaupt nicht zuordnen liessen. Diese Regesten werden noch summarisch erschlossen werden.

Inhalt und innere Ordnung:

Form und Inhalt:Das Historische Grundbuch besteht aus fünf Teilen:

HGB 1 Regesten für das Gebiet innerhalb der Stadtmauern
Die Sammlung gilt als das Historische Grundbuch im engeren Sinne und ist als einzige komplett abgeschlossen. Sie ist alphabetisch nach Strassen strukturiert, innerhalb einer Strasse nach Hausnummer (unterschieden nach ungeraden und geraden Hausnummern). Am Anfang jeder Strasse liegt eine Kartonbox mit einer Inhaltsübersicht vor; die Box enthält ein Personenregister über die Liegenschaftseigentümer für die betreffende Strasse in Heftform und einen Satz kartonierter Situationspläne. Pro Hausnummer sind die Regesten in Faszikeln im Format 23,5 x 20,0 cm zusammengebunden. Die Informationen zum Inhalt eines Faszikels sind handschriftlich auf dem Deckel festgehalten.

HGB 2 Register und Quellenverzeichnisse
Es liegen vor: Ein Generalregister der Personen (11 Bände, jeweils in Blöcken von 50 Jahren gegliedert), ein Generalregister der Lokalnamen, also der Häusernamen innerhalb und ausserhalb der Stadtmauern (1 Band), sowie ein Verzeichnis der Quellen (1 Band).

HGB 3 Regesten für das Gebiet ausserhalb der Stadtmauern [Grosser Stadtbann]
Die Regesten über Grundstücke ausserhalb der Stadtmauern, dem sogenannten Grossen Stadtbann, wurden in mit römischen Zahlen (I-XXI) angeschriebenen Schachteln abgelegt. Die vorhandenen Regesten und Zettel sind nur grob nach Sektionen und innerhalb einer Sektion nach Flurnamen geordnet. Sie entstammen dem Vorhaben, das Historische Grundbuch zu erweitern und gemäss der Katasteraufnahme von 1802-1822 zu strukturieren, welches 1919-1932 und 1968-1977 zwar aufgenommen, aber nie zu einem Ende geführt wurde.

HGB 4 Nicht eingeordnete Regesten aus der Bearbeitungsperiode 1968 bis 1977
Wie HGB 3 beschlagen auch diese Regesten mehrheitlich Grundstücke ausserhalb der Stadtmauern; daneben liegen aber auch Schachteln mit Zetteln vor, die sich nicht zuordnen liessen. Die Zettel wurden in mit arabischen Zahlen (1-35) angeschriebenen Schachteln abgelegt. Sie entstammen dem Vorhaben, das Historische Grundbuch zu erweitern und gemäss der Katasteraufnahme von 1802-1822 zu strukturieren, welches zwischen 1968 und 1977 zwar nochmals aufgenommen, aber nie zu einem Ende geführt wurde.

HGB 5 Materialsammlung Karl Tschamber (1873-1932)
Der Elsässer Historiker Karl Tschamber übernahm 1919 die Leitung des Historischen Grundbuchs, die er bis zu seinem Tode 1932 innehatte. Tschamber zog während seiner langjährigen Tätigkeit viel mehr Quellen aus, als er verarbeiten konnte und hinterliess eine Serie von Auszügen aus den Klosterarchiven, die sich nie einordnen liessen.

Zugangs- und Benutzungsbedingungen:

Rechtsstatus:Eigentum des Staatsarchivs Basel-Stadt
Zugangsbestimmungen:Es gelten die allgemeinen Benutzungsbestimmungen des Staatsarchivs Basel-Stadt.

Sachverwandte Unterlagen:

Literatur zum Bestand insgesamt:Staehelin, Andreas: Das Historische Grundbuch der Stadt Basel. Seine Entstehung und Entwicklung. in: Jahresbericht der Staatsarchivs Basel-Stadt 1990, Basel 1991, S. 20-28.
Salvisberg, André: Die Basler Strassennamen. Basel 1999.
Meier, Eugen A.: Verträumtes Basel. Basel 1974.

Kontrolle:

Erschliessungsgrad:Detailliert
Aufnahmedatum:1/28/2019
 

Usage

Permission required:Gemäss Archivgesetz BS
Physical Usability:uneingeschränkt
Accessibility:Oeffentlich
 

URL for this unit of description

URL:http://query.staatsarchiv.bs.ch/query/detail.aspx?ID=1016781
 

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